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"Neustromland" bringt die Energiewende

Saarbrücken. Um die Energiewende im Saarland schneller auf den Weg zu bringen, haben sich 16 saarländische Stadtwerke und Energieversorger gestern darauf geeinigt, eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen. Sie trägt den Namen Neustromland und soll dafür sorgen, dass auch kleinere Stadt- und Gemeindewerke in Lage versetzt werden, Investitionen in Windräder, Photovoltaik- Anlagen oder Biomasseund Biogas-Projekte zu stemmen. Die Akquisition der Projekte, ihre Umsetzung und die technische Betriebsführung übernimmt die Enovos-Gruppe aus Saarbrücken (vormals Saar Ferngas). „Dennoch will Enovos die neue Gesellschaft nicht dominieren“, betonte Vorstand Detlef Huth. „Wir bringen unsere Erfahrungen mit solchen Projekten ein.“ So betreibt Enovos neben der Bio- Erdgas-Anlage in Merzig-Fitten bereits zwei Windparks, mehrere Solarkraftwerke und kleinere Photovoltaik-Anlagen. Die gemeinsame Gesellschaft Neustromland soll noch in diesem Jahr offiziell aus der Taufe gehoben werden. Gestern unterzeichneten die Chefs der jeweiligen Unternehmen die entsprechende Grundsatzvereinbarung (Letter of intent). Neustromland soll auch helfen, die Bürger an Projekten der Energiewende wie zum Beispiel Windparks zu beteiligen. „Bei der Ausgestaltung der einzelnen Vorhaben sind wir flexibel“, hob Huth hervor.



Es könne auch der Fall sein, dass Stadtwerke bestimmte Vorhaben allein stemmen könnten, falls sie dies wollten – auch wenn sie Gesellschafter von Neustromland sind.  Aufgabe des neuen Unternehmens ist unter anderem, die Projekte der erneuerbaren Energieformen sinnvoll nach vorne zu bringen und auch ihre Wirtschaftlichkeit im Auge zu behalten. „Denn am Ende müssen wir mit Windrädern oder Photovoltaik-Anlagen Geld verdienen“, unterstrich Werner Spaniol, Vorstand der KEW Kommunale Energie- und Wasserversorgung Neunkirchen. Durch die neue Gesellschaft werden die Risiken auf mehrere Schultern verteilt und damit in einem erträglichen Rahmen gehalten. Darüber hinaus könnten die Vorhaben schneller umgesetzt werden, als wenn dies jedes einzelne Stadtwerk schultern müsste, sagte Huth. Außerdem soll Neustromland das zentrale Sprachrohr der Branche auf dem Gebiet der erneuerbaren Energieformen im Saarland sein. Der Enovos-Chef geht davon aus, dass Neustromland pro Jahr Investitionen von rund 150 Millionen Euro auf den Weg bringen kann. Denn im Bereich der erneuerbaren Energieformen „hat das Saarland gegenüber dem Rest der Republik noch einen großen Nachholbedarf“. So seien an der Saar lediglich 59 Kilowatt (KW) an Photovoltaik-Anlagen pro 1000 Einwohner installiert, im Nachbarland Rheinland- Pfalz seien es bereits 94 KW. Rund 20 Windräder könnten pro Jahr im Saarland zugebaut werden. Neustromland sei bundesweit „ein einzigartiges Kooperationsmodell“, merkte Detlef Huth an. Es gebe nichts Vergleichbares.
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