L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Nicht schon wieder! Muslimische Gräber nahe Straßburg geschändet

Straßburg. „Es ist zum Kotzen mit den Idioten, die unsere Republik besudeln.“ Jean-Philippe Maurer, Abgeordneter der Nationalversammlung und Generalrat des Bas-Rhin, ist der einzige Politiker, der es am Freitag so ungewöhnlich direkt auf den Punkt bringt. Auch er kam auf den muslimischen Teil des städtischen Friedhofs in der Meinau. In der Nacht zuvor wurden hier 36 Gräber geschändet: umgestürzte Grabsteine und zerbrochene Holzkreuze und in den Kies geritzt drei ein Meter große Hakenkreuze. In der Nacht zum Dienstag vergangener Woche wurde auch der türkischstämmige Direktors eines Straßburger Kinos Opfer: vor seinem Haus wurden seine zwei Autos angezündet und Nazisymbole auf die Haustür geschmiert. Für letzten Samstag hatte die rechtsextreme „Front National“ (FN) in Straßburg zu einem „Aperitif mit Schwein und Wein“ aufgerufen. „Als eine Antwort auf die zunehmende Reklame für Lammfleisch, die uns auf den Wecker geht“, rechtfertigte Patrick Binder als Chef der FN im Elsass die provokative Einladung.



Am Samstag kamen etwa 50 Angehörige zu einer Andacht an die Gräber in der Meinau. „Das Grab meines Sohnes, es ist zum zweiten Mal geschändet“, sagte eine Frau und weinte. Der muslimische Teil des Friedhofs wurde 1993 angelegt und seit 2001 wurde die Friedhofsruhe zum vierten Mal gestört. „Seit 9/11 wird es immer schlimmer“, klagen sie. Und sie fürchten schon jetzt um den neuen Friedhof nebenan. Im Herbst 2011 soll auf 25.000 Quadratmetern Fläche der Friedhof für Muslime öffnen. Der erste in Frankreich. Das französische Recht lässt für kommunale Friedhöfe keine Religionstrennung zu. Die Stadt Straßburg beruft sich auf das Lokalrecht als Folge der deutschen kaiserlichen Verwaltung von Elsass-Lothringen. „Sicherheit im Land gilt doch für alle, auch für unsere Toten“, betonte Mohammed Guerroumi,Vorsitzender des Vereins für algerisch-französische Freundschaft, der zur Andacht eingeladen hatte. Er weist darauf hin, dass 2010 in Straßburg schon zwei jüdische und zwei muslimische Friedhöfe geschändet wurden. „Rechtspopulismus und Islamophobie in der Nation lässt auch uns in Straßburg leider nicht in Ruhe“, sagte er. In Straßburg leben etwa 27.000 Muslime, rund zehn Prozent der Bevölkerung.
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