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Nicht vorhandene Bahntrasse darf nicht überquert werden

Püttlingen. Quer durch alle Fraktionen machte am Mittwoch das Wort „Schildbürgerstreich“ im Stadtrat die Runde. Das Problem: Im Gewerbegebiet Etzenhofen wurde bekanntlich ein Teil des SKF-Geländes wieder an andere Unternehmen vermarktet. Allerdings steht noch der Bereich „Ehemaliges SKF-Altwerk“ aus. Zu diesem Bereich soll eine Zufahrt geschaffen werden.

Das ginge ganz einfach, wenn man von einer bereits vorhandenen Straße aus die Trasse der Köllertalbahn überquert. Alles kein Problem, sollte man meinen, denn die Köllertalbahn ist seit 1985 nicht mehr in Betrieb, es liegen auch gar keine Gleise mehr vor Ort.

Es ist aber doch ein Problem, sagen das Eisenbahnbundesamt und das Saarländische Umweltministerium. Denn die Strecke ist offiziell noch immer als Bahntrasse gewidmet. Und das hätte zur Folge, dass die Stadt eine viel teurere Planung machen müsste – ohne Überquerung der nicht mehr vorhandenen Gleise. Somit müsste plötzlich vom SKF-Kreisel aus entlang der Trasse eine 250 Meter lange und 250 000 Euro teure Erschließungsstraße gebaut werden, obwohl es auf der anderen Seite der Trasse schon eine Straße gibt.  Darüber hinaus würden etwa 2000 Quadratmeter Gewerbegebiet wegfallen.



Das Eisenbahnbundesamt, so ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen, hatte der Trassenquerung zwar schon im Grundsatz widersprochen (da dies einer eisenbahnbetrieblichen Nutzung entgegen stehe), doch sei eine „Freistellung von Bahnbetriebszwecken“ in Aussicht gestellt worden, wenn die „DB-Service-Immobilien GmbH“ die Bahnstrecke als entbehrlich einstufe. Genau das habe die DB-Immobilien dann auch getan, aber dennoch sei der Stadt im Februar „überraschend mitgeteilt“ worden, dass einer Entwidmung der Teilstrecke doch nicht zugestimmt werden könne.
Und von der saarländischen Umwelt- und Verkehrsministerin Simone Peter heißt es in einem Schreiben an Bürgermeister Martin Speicher: Das Land habe den Trassenabschnitt zwischen Etzenhofen und Völklingen nach Stilllegung der Köllertalbahn erworben, um ihn für eine eventuelle spätere „Reaktivierung“ frei zu halten. Um das dauerhaft sicherzustellen, sei die Trasse auch nicht entwidmet worden. Eventuell könne ja die Saarbahn die Strecke irgendwann für eine Verbindung nach Püttlingen nutzen.  Daher hält die Umweltministerin den Verzicht auf die Querung für sinnvoll, „auch wenn aktuell eine Reaktivierung nicht ansteht“. Hier wird also das Queren einer Gewerbegebiets-Einfahrt als Hindernis für die Saarbahn gesehen, während deren Trasse in Riegelsberg oder Saarbrücken gleich mehrfach von Straßen gequert wird, und obwohl die Stadt Püttlingen, die auch von sich aus die eventuelle Reaktivierungsstrecke offen hält, angeboten habe, eine Überführung zu bauen, sollte die Saarbahn tatsächlich einmal kommen.



Einstimmig verabschiedete der Rat schließlich eine Resolution, die doch noch Bewegung in die Sache bringen soll. Ebenso folgte man dem Vorschlag der Links-Partei, gemeinsam für einen möglichst großen Medienrummel zu sorgen, um die „Etzenhofer Schildbürgergeschichte“ im großen Stil publik zu machen.
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