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Nichtrauchergesetz: Genervte Wirte machen Protest in der Kufa

Saarbrücken. Protest-Treffen in der Kufa: Rund 100 Saarbrücker Wirte und Mitstreiter haben sich dort gerade in Sachen Nichtraucherschutzgesetz auf den neusten Stand gebracht. Das „Aktionsbündnis saarländische Kneipenkultur“ aus 180 Unternehmern und Gleichgesinnten klagt beim Saarländischen Verfassungsgerichtshof gegen das Gesetz und will eine einstweilige Verfügung, bis über die Sache entschieden ist.

Nichtraucherschutzgesetz hat viele schon fast die Existenz gekostet


Uwe Hoffmann ist einer der Betroffenen. Er hatte schon mit der bisherigen Fassung des Gesetzes zu kämpfen. Und dachte, er habe es geschafft. Das Nichtraucherschutzgesetz habe ihn zwar fast die Existenz gekostet, sagt der Wirt von Rolands Eck in Burbach. Aber er habe es doch geschafft, seine Gaststätte zu retten. Dass ihm das wieder gelingt, wenn die Landesregierung das Gesetz zum 1. Juli verschärft, bezweifelt er sehr.

Er befürchtet, dass Schluss ist mit Rolands Eck, wenn in Gaststätten überhaupt nicht mehr geraucht werden darf. „Vor zwei Jahren haben wir mit dem damaligen Gesundheitsminister Josef Hecken vereinbart: Wenn jemand die Möglichkeit hat, Raucher und Nichtraucher zu trennen, dann kann er das machen“, erklärt Hoffmann. Er hat in Rolands Eck diese Möglichkeit. Der größere Raum ist Nichtrauchern vorbehalten, im kleineren darf geraucht werden. Das ist zwar keine perfekte Lösung, weil 90 Prozent seiner Kunden Raucher seien und das Nichtraucherzimmer an manchen Tagen nicht von einem einzigen Gast genutzt werde – aber Gesetz ist Gesetz. „Vier Monate Saure-Gurken-Zeit“ habe er gehabt am Anfang, „inzwischen hat sich jeder dran gewöhnt“, sagt Hoffmann.

Wirte ohne Außengastronomie benachteiligt


Dass sich seine Gäste auch an eine rauchfreie Kneipe gewöhnen, glaubt er nicht. Die Kegelteams, die bei ihm ihrem Hobby nachgehen, haben teilweise schon angekündigt, den Spielbetrieb einzustellen. Dass auf einer Kegelbahn, die ja Sportstätte ist, nicht geraucht werden darf, werde akzeptiert. Dass auch nach dem Kegeln in der Kneipe keine Zigarette angezündet werden darf, sei für viele nicht hinnehmbar. Das seien erwachsene, teilweise ältere Leute, „die sich nicht wie Schüler vor die Tür stellen, um eine zu rauchen“, sagt Hoffmann. Im Gegensatz zu Kneipen am Burbacher Markt kann Hoffmann in der wärmeren Jahreszeit keine Stühle rausstellen. Da benachteilige das neue Gesetz alle Wirte ohne Außengastronomie. Seinen vier Angestellten könne er jedenfalls nicht versprechen, dass ihre Jobs sicher sind. Diesmal halte er wohl keine Saure-Gurken-Zeit durch. Dann sei Schluss mit Rolands Eck, das er nun seit 20 Jahren betreibt.
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