A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Messegelände und AS Saarbrücken-Westspangenbrücke Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (15:56)

A620

Priorität: Sehr dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Nicole Jo: Fischbacher Saxofonistin für zwei Konzerte im Saarland

Auf ihrer Wintertour kommt Saxofonistin Nicole Johänntgen mit Verstärkung nach Saarbrücken.

Auf ihrer Wintertour kommt Saxofonistin Nicole Johänntgen mit Verstärkung nach Saarbrücken.

Frau Johänntgen, was reizt Sie an der Vertonung von Stummfilmen?

Nicole Johänntgen: Ich wollte schon immer Filme vertonen. Es ist das mal Zarte und mal Brachiale, was mich fasziniert. Das Zerreißende und an die Substanz gehende. Kurz vor meinem Kompositions-Aufbaustudium habe ich eine CD von Florian Ross mit David Liebman gehört, die mich sehr an Filmmusik erinnerte. Das war wie ein Feuerwerk vor meinen Augen und es breitete sich Wärme, also ein unglaublich entspanntes Gefühl in mir aus. Es hätte wahrscheinlich jemand mit mir sprechen können, und ich hätte es nicht gehört. Ich tauche da in eine andere Schicht ein. Dieses Gefühl wollte ich nicht mehr loslassen. Also habe ich während meines Kompositions-Aufbaustudiums in Mannheim bei Jürgen Friedrich begonnen, mich mit Filmmusik auseinanderzusetzen.

Dann kam die Zeit nach meinem Studium, wo ich mich vermehrt der Konzertorganisation und dem Spielen gewidmet habe. Da trat das reine Komponieren für Filme eher wieder in den Hintergrund. 2012 kam dann die Anfrage zur Live- Stummfilmvertonung mit dem jungen Zürcher „Institut of Incoherent Cinematography“, kurz IOIC genannt. Das hat mich natürlich gepackt. Es ging für mich nicht darum, Kompositionen im Vorhinein Note für Note aufzuschreiben, sondern den Moment herauszufordern.

Der Reiz daran war es, die Spontanität zu kitzeln. Es ist alles improvisiert, und das ist erfrischend. Spannend für mich ist es auch, weil nun nicht mehr „Audio“ als einziges Element existiert, sondern abhängig vom Film die Vorangehensweise „Schauen, Spüren, Spielen, Spüren, Schauen“ da ist. Das ist ’was anderes, als wenn du alleine musizierst ohne Bild. Ich habe zwar immer mal wieder Bilder beim Spielen im Kopf, aber ein Film ist bereits vollendet.

Und entpuppt sich und verläuft anders, als man sich das vorstellt. Ja, die improvisierte Filmvertonung ist fantastisch. Ein Wellenritt sozusagen, der mich reizt. Fantastisch war natürlich das Angebot des IOIC, im September 2012 drei Wochen lang in Shanghai und Peking Stummfilme zu vertonen.

Das war ein tolles Erlebnis. Alles improvisiert, verschiedene Filme und immer wieder neue Musiker-Konstellationen. Das hält frisch!

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Trio Rémi Panossian?

Nicole Johänntgen: Über die deutsche Presseagentin Judith Kobus, die mit dem französischen Label PlusLoin zu tun hatte. Das Trio um den Pianisten Rémi Panossian, mit Maxime Delporte am Kontrabass und Frédéric Petitprez am Schlagzeug, hat bei PlusLoin bereits mehrere CDs aufgenommen. Zum Auftakt des „Sur son 31“- Jazz-Festivals in Toulouse suchte die Festivalorganisation zwei Bläser. Judith Kobus vermittelte Frederik Köster, den Kölner Jazztrompeter, der gerade den Westfalen-Jazzpreis erhalten hat, und mich. So spielten wir den Auftakt zum Jazzfestival. Kannten uns vorher überhaupt nicht. Probten eine Stunde. Wir spielten Stücke von Rémis Trio, von Frederik und ein paar meiner Kompositionen. Für mich hat es von vorne bis hinten gerockt. Dann spielten wir im Quartett in der Bretagne bei einem Jazzfestival. Hier hatten wir Fernsehtermine und Zeitungsinterviews.

Das war irgendwie ein guter Start. Im Anschluss kamen Jazz Baltica und ein Beitrag auf 3 Sat. Danach war mir klar: Wir kommen wieder! So spielen wir nun die erste Tour in Quartett und Quintettbesetzung.

2011 ist die CD „Go on“ ihres Saar-Projektes Nicole Jo entstanden. Gibt es Pläne für eine neue CD?

Nicole Johänntgen: Absolut. Wir waren 2012 auf Herbsttour und hatten unglaublichen Spaß. Die Tour tat uns allen gut. Für mich war es wichtig herauszufinden, ob ich in der Lage bin, neun Tage lang die Energie zu haben, die immer da war bei Einzelkonzerten. Ich muss sagen, ich war überrascht: Als ich zurückkam, wollte ich wieder spielen. Eine Art Spieldroge. Wir haben während dieser Tour an den alten Songs gearbeitet und auch neue erarbeitet. Und ja, es wird einen neuen Silberling geben und der wird rocken! Wann, kann ich noch nicht sagen. Wir haben keinen Zeitdruck. Ich weiß nur eins, es ist schön, mit den Jungs meiner saarländischen Band über so lange Zeit zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig unter die Arme zu greifen. Ich freue mich auf die neue CD.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein