L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Niedrige Zinsen, steigende Kosten: Saar-Sparkassen rechnen mit weniger Gewinn

Die saarländischen Sparkassen planen für das nächste Jahr mit deutlich geringeren Gewinnen. Das kündigte die Präsidentin des Sparkassenverbands, Cornelia Hoffmann-Bethscheider , gestern an. „Die niedrigen Zinsen in Verbindung mit immer mehr Vorschriften sorgen dafür, dass die Kosten spürbar steigen, die Erträge allerdings stärker unter Druck geraten“, sagte sie.

Die Sparkassen wollen sich dagegenstemmen, indem sie ihre Kosten senken. Ein Personalabbau mit betriebsbedingten Kündigungen käme „jedoch nicht infrage“. Vielmehr könne es passieren, dass Stellen nicht mehr besetzt werden, wenn ein Mitarbeiter in Rente geht. Hoffmann-Bethscheider glaubt auch nicht, dass es zu einer Schließungswelle bei den Geschäftsstellen kommt. „Meist wird eine Filiale zugemacht, wenn die Öffnungszeiten schon eingeschränkt waren und die Räume hätten saniert werden müssen“, sagt Verbandsgeschäftsführer Christian Molitor. Inklusive der Selbstbedienungs-Filialen verfügen die Saar-Sparkassen noch über mehr als 280 Geschäftsstellen .

Die Institute wollen allerdings auch Verwaltungsbereiche zusammenlegen. So sollen der Zahlungsverkehr zentral abgewickelt und die Münzen nur noch an einer Stelle gesammelt, bearbeitet und wieder verteilt werden. Zudem sollen die Pfändungen nur noch in einer Sparkasse für alle betreut werden. Auch die Entgelt-Abrechung für die rund 3500 Mitarbeiter der sieben Saar-Sparkassen soll zentralisiert werden. Da für diese Zwecke eigene Gesellschaften gegründet werden müssen und Geld zwischen diesen bewegt wird, müssen Molitor zufolge noch Fragen zur Steuer geklärt werden. Der Fiskus und die zuständige Ministerialbürokratie würden hier aber „hohe steuerrechtliche Hürden aufbauen, so dass die Gefahr besteht, dass wir uns in der Bürokratie verlaufen“, beklagen sich Hoffmann-Bethscheider und Molitor. „In anderen Bundesländern wurde das wesentlich schneller geregelt.“

Trotz der niedrigen Zinsen wollen die Sparkassen ihre Privatkunden nicht in die Haftung dafür nehmen, dass die Institute 0,4 Prozent Negativzinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anlegen. Wenn Firmen, wohlhabende Privatkunden oder institutionelle Anleger wie beispielsweise Pensionskassen hingegen große Summen bei den Sparkassen parken, „kann gelegentlich schon ein Verwahrentgelt fällig werden“, sagt die Verbandspräsidentin.

Insgesamt genießen die Sparkassen bei ihren Kunden ein großes Vertrauen. Das geht aus einer Befragung der Finanzgruppe ( Sparkassen , Bausparkasse LBS, Saar-LB und Saarland-Versicherungen) hervor. Befragt wurden 6300 Onlinebanking-Kunden. Danach halten rund 95 Prozent der Befragten ihre Sparkasse für vertrauenswürdig. Mehr als 80 Prozent wollen ihrer Sparkasse auch in Zukunft treu bleiben. Sechs Millionen Euro habe die Finanzgruppe zudem als Sponsor für kulturelle, sportliche oder soziale Projekte ausgegeben.

 

Meinung:

 

 

Heftiger Gegenwind

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

 

Die Sparkassen spüren ähnlich wie die Genossenschaftsbanken heftigen Gegenwind. Die niedrigen Zinsen und die Vorschriftenflut durch die Bankenaufsicht zehren an den Erträgen und an den Nerven. Wenn nämlich die Niedrigzinsphase noch weiter anhält, sind irgendwann auch die letzten Kredite aus Zeiten hoher Zinsen bezahlt und es liegen nur noch Titel mit niedriger Rendite in den Depots. Sollten die Zinsen allerdings rasch steigen, müssten sie den Sparern mehr zahlen. Die mageren Zinserträge geben das allerdings nicht her. Die Nachläufer der Finanzmarktkrise, an der die Sparkassen und Genossenschaftsbanken keine Schuld hatten, hält sie noch lange im Griff. Das Ergebnis dieses Prozesses ist offen.

 
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