A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Nikolaus-Bankräuberin muss in Psychiatrie

Das Landgericht hat gestern eine 53-jährige Saarländerin wegen zweifachen Bankraubes zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten sowie zur Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt. Die Frau hatte im Nikolauskostüm im November 2013 in Illingen und Eppelborn zwei Banken überfallen. Ihr erster Überfallversuch ging schief. Als sie in der Bank außer dem Geld auch die Pistole in ihre Stofftasche steckte, stürzte sich ein Kunde beherzt auf die Frau, ein weiterer Helfer kam hinzu. Als sie schrie, „Ich kriege keine Luft mehr“, lockerten die beiden ihren Griff und ihr gelang die Flucht. Am Fluchtwagen, einem Mietauto, fielen die angeklebten falschen Kennzeichen ab. In der Schalterhalle lag ihre Beute von 4500 Euro, die Waffe und die Nikolausmaske. In der zweiten Bank wurde sie ohne Maske sofort erkannt: „Was machen Sie denn hier, Frau S.?“ Die Angestellte war vertretungsweise dort, und kannte die Räuberin aus einer anderen Filiale. Die Täterin behauptete, eine Pistole zu haben und konnte so rund 10 000 Euro erbeuten.

Mit dem Geld wollte sie einem Freund helfen, der ihr erzählt hatte, er müsse sein Wochenendhaus und sein neues Auto verkaufen. Die Beute reichte nicht, für die Frau begann eine Odyssee durch mehrere Länder, bevor sie schließlich von der Polizei gefasst wurde.

Seit ihrer Jugend hat die Frau in einem Familienbetrieb gearbeitet. Sie fühlte sich unbeachtet, wenig respektiert, schon im Kindergarten wurde sie gehänselt. Ihren Frust betäubte sie mit Einkäufen und geriet in Geldnot. Mehrfach versuchte sie sich umzubringen. Sie sieht sich selbst als „lebende Zeitbombe“. Die Richter entschieden nun auf verminderte Schuldfähigkeit. jht
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein