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"Nikolausplatz": Bezirksrat schmettert Namens-Idee ab

Der Platz unterhalb der Schlosskirche wird nicht den Namen

Der Platz unterhalb der Schlosskirche wird nicht den Namen "Nikolausplatz" tragen.

Saarbrücken. „Angenehm überrascht“ war die Saarbrücker Bezirksbürgermeisterin Christa Piper (SPD), mit welcher Souveränität der Bezirksrat Mitte das Dauer-Thema „Benennung des Platzes unterhalb der Schlosskirche“ zu den Akten legte. Die Kommunalpolitikerin hatte sich zuletzt „fast wie in einer Provinz-Posse“ gewähnt, bei der sachliche Erwägungen und Emotionen arg durcheinander geraten waren. Mit 14 Gegenstimmen bei einem einzigen Ja und vier Enthaltungen schmetterte der für Namensgebungen zuständige Rat in geheimer Abstimmung (auf Wunsch der CDU) das Ansinnen der Willi-Walch-Stiftung und der Bürgerinitiative Alt-Saarbrücken ab, den namenlosen Parkplatz am Fuß der Schlosskirche „Nikolausplatz/Place St. Nicolas“ zu benennen. CDU-Fraktionssprecher Jörg Moscherosch hatte der Fraktion freigestellt, wie sie abstimmen, kritisierte aber, zum Wohlgefallen aller Bezirksrats-Kollegen, scharf den „schlechten Stil“ der Initiatoren, die nicht das persönliche Gespräch mit den Ratsmitgliedern gesucht hätten. Auch in der öffentlichen Sitzung zeigte sich keiner. Vor allem der Vorwurf aus der Feder von Stefan Weszkalnys, man habe es hier mit einem „bornierten Haufen drittrangiger Parteibönzchen“ zu tun (SZ vom 6. Dezember), hatte viele der ehrenamtlichen Mandatsträger, nicht nur aus der CDU, gekränkt und das Abstimmungsverhalten mit beeinflusst. Es gab aber auch sachliche Gründe für die Ablehung. So gaben Herbert Meyer (SPD) und Andrea Schrickel (Grüne) zu bedenken, dass dieser Platz im Zuge des Projektes „Stadtmitte am Fluss“ sein Aussehen verändern könne und möglicherweise schon bald gar keinen Platzcharakter mehr besitze. Es bestehe bei solch einer Konstellation also „kein Handlungsdruck“, meinte Petra Meiser (FDP). Robert Mertes von der Stadtpressestelle sagte gestern aber, auf dem Platz seien nur kleine Änderungen geplant.

Wenn auch der Name des Heiligen Nikolaus nach dem jüngsten Beschluss vom Tisch ist, so gilt eine Benennung des Platzes nach einer Person weiterhin als denkbar. Die Bezirksräte neigen aber wohl dazu, „verdiente Bürgerinnen und Bürger“ der jüngeren Vergangenheit zu wählen, wie Jens Jacobi (Die Linke) sagte. „Die Verehrung von Heiligen ist in aufgeklärten Zeiten nicht mehr so verbreitet“, meinte Herbert Meyer.


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