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Noch eine Chance für Völklinger City-Center?

Rund um die Völklinger Kaufhof-Ruine gibt es viele Leerstände. (Archivbild)

Rund um die Völklinger Kaufhof-Ruine gibt es viele Leerstände. (Archivbild)

Lang ersehnte Projekte kommen ins Rollen. Der Bau des Ärztehauses in der Poststraße (Investition rund 3,5 Millionen Euro) hat begonnen. Ab Mitte September sollen Bagger den Boden für die neue Seniorenresidenz (13 Millionen Euro) zwischen Altem Rathaus und früherem Kino bereiten. Und bei der größten Problemfläche in der City, Kaufhof-Ruine samt Umfeld, drückt Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) nun aufs Tempo. Der Stadtrat hatte dem Investor eine Frist bis zum Jahresende eingeräumt. Lorig will nun bereits „bis Ende September“ Klarheit darüber haben, ob und in welcher Form das City-Center, ursprünglich als eine 35-Millionen-Investition gedacht, noch möglich ist. Lorig: „Wenn es bis dann keine Pläne gibt, gibt es zum Jahresende auch keine.“

Lorig ist nach eigenen Angaben nach wie vor im Gespräch mit Thorsten Vogt. Vogt vertritt die Interessen des Grundstückseigentümers, des internationalen Investment-Fonds Patron Dieter II, in Deutschland. Derzeit, so Lorig, werde noch über einen „Weg“ gesprochen, aber: „Wenn es dann keine Erfolg versprechende Perspektive gibt, werde ich dem Stadtrat eine Rückabwicklung vorschlagen.“

Diese ist vertraglich festgeklopft für den Fall, dass das City-Center scheitert. Rückabwicklung heißt konkret, dass die Stadt rund 1,1 Millionen Euro hinlegt, um den Ex-Kaufhof und das angrenzende Parkhaus zurückzubekommen. Diese Objekte hatte sie selbst verkauft. Der Fonds, der über sechs Millionen Euro für Grundstücke fürs City-Center hinlegte, hält dann aber weiter die Hand auf einer Reihe von privat verkauften Häusern im Kaufhof-Umfeld. Lorig meint, man müsse hier „gemeinsam an weiteren Lösungen arbeiten“. Wobei aber angesichts des schlechten Zustandes dieser Gebäude „sicher über den Preis zu diskutieren wäre“.

Handel müsse hin an den Platz des Ex-Kaufhofes. Auf dieser Position beharrt Lorig. Man brauche dies allein schon als Gegenpol zum Globus-Warenhaus am anderen Ende einer Einkaufsmeile Rathausstraße. Wobei Lorig in Sachen Rathausstraße („Woolworth kann bleiben“) nach wie vor daran denkt, das frühere Casino von Saarstahl (Angebotspreis um 220 000 Euro) zu kaufen. Dies sei auch der einzige Weg, den Inhaber des leer stehenden Nachbargebäudes, den Unternehmer Hartmut Ostermann, zu bewegen, etwas zu tun. Denn, so Lorig: „Sonst lässt er es einfach so stehen wie in anderen Kommunen auch.“

Geld ausgeben will Lorig auch für das jetzige Postgebäude, gelegen in zentraler Lage am Otto-Hemmer-Platz. Zuletzt wurde hier ein Preis von 350 000 Euro genannt. Es gibt Interessenten aus der Privatwirtschaft, aber die Stadt will ihr Vorkaufsrecht durchsetzen. Lorig hat eine ganze Reihe möglicher Nutzungen vor Auge. Die Post könne auf jeden Fall im Haus bleiben. Teile der Verwaltung könnten dahin ausgelagert werden, während man das Rathaus Etage um Etage saniere. Ein Projekt „Sozialraumorientierte Jugendarbeit“ könne einziehen, und nicht zuletzt sei hinterm Haus auch Raum für öffentliche Parkplätze.

Ein Fischrestaurant, das Völklinger Produkte anbietet, ist aus Sicht Lorigs eine gute Idee. Doch sonst hält der CDU-Oberbürgermeister wenig von den Vorschlägen zur Stadtentwicklung, die die SPD-Fraktion kürzlich in einem SZ-Gespräch machte.
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