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Noch mehr Lohnverzicht für Saargummi- Mitarbeiter?

Saargummi in Büschfeld hat Insolvenz angemeldet. (Archivbild)

Saargummi in Büschfeld hat Insolvenz angemeldet. (Archivbild)

Sollte bei Saargummi ein Liquiditäts-Engpass entstehen, muss ein Banken-Treuhänder das Unternehmen verkaufen. Geschäftsführung und Eigentümer sagen, dass genug Geld da ist.

Wadern. Der Ärger um den Büschfelder Bau- und Autozulieferer Saargummi reißt nicht ab. Der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG.BCE) und dem Betriebsrats-Vorsitzenden Arno Dühr platzt allmählich der Kragen. „Die Arbeitnehmer sind nur bereit, ihren Sanierungsbeitrag zu erbringen, wenn das Unternehmen entschuldet wird und ein neuer Investor einsteigt“, machte Dühr gestern deutlich. „Außerdem dürfen die Bereiche Schuhsohlen und Dachbelag nicht verkauft werden. Denn dort werden Gewinne gemacht.“ Als Beitrag zur Sanierung des Unternehmens sollen die Mitarbeiter auf 20 Prozent ihres Einkommens verzichten.

Hintergrund der harten Haltung sind Informationen der Zeitung „Handelsblatt“, nach denen das Bankenkonsortium unter Führung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) dem Saargummi-Eigentümer unter anderen die Vorgabe gemacht hat, ein Liquiditätspolster von mindestens fünf Millionen Euro vorzuhalten. Sobald die Liquidität diesen Wert zehn Banktage in Folge unterschreitet, fallen 75,1 Prozent der Firmenanteile an eine Treuhandgesellschaft. Diese müsse Saargummi sofort verkaufen.

Eigentümer und Unternehmen versicherten gestern, dass die Liquidität gesichert ist. „Für den Moment ist Liquidität vorhanden“, sagt Unternehmenssprecher Bruno Seifert. Das Unternehmen plane, „diese Mindestliquidität natürlich auch in Zukunft zu gewährleisten“. Mitte November ist das Weihnachtsgeld für die gewerblichen Arbeitnehmer fällig und bei den Angestellten zwei Wochen später. Insgesamt müssen zwei Millionen Euro aufgewendet werden. Auch für den Saargummi-Eigentümer, die Fondsgruppe Odewald.& Compagnie, scheint das kein Problem zu sein. „Die Liquidität ist auf jeden Fall bis ins Frühjahr hinein gesichert“, macht Sabine Morgenthal, Sprecherin von Odewald.& Compagnie, deutlich. Das gelte „absolut“ – auch wenn die Beschäftigten keinen Sanierungsbeitrag leisten.

Beobachter wiesen darauf hin, was die Treuhand-Lösung für Folgen haben könnte. Der Treuhänder habe zwar den Auftrag, Saargummi zu verkaufen. Doch wenn sich kein Käufer finde, müsse er den Konzern zerlegen und die Einzelteile abstoßen. „Das könnte auch die Schließung des Standortes Büschfeld zur Folge haben“, meint ein Insider.

Die Belegschaft sieht das anders. „Wir sind sehr gut im Geschäft“, betont Betriebsratschef Dühr. „Zurzeit haben wir 135 Leiharbeiter beschäftigt und schieben 24.000 Überstunden vor uns her.“ Doch die Geschäftsführung leiste sich teure Berater, die „vom Gummi-Geschäft keine Ahnung haben“. Saargummi plant zurzeit, in den kommenden zwei Jahren 360 Stellen im Automotive-Sektor abzubauen. Die anderen Bereiche mit rund 160 Mitarbeitern sollen verkauft werden. Derzeit arbeiten knapp 900 Menschen bei Saargummi. low

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