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Note „Ausreichend“ für Cattenom

Die Aufsichtsbehörde sieht die Sicherheit im lothringischen AKW nicht in Gefahr. Foto: Karaba/dpa

Die Aufsichtsbehörde sieht die Sicherheit im lothringischen AKW nicht in Gefahr. Foto: Karaba/dpa

Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN hat gestern in Metz die Ergebnisse ihrer Prüfungen in den Atomkraftwerken Cattenom und Fessenheim im vergangenen Jahr vorgestellt. Im lothringischen AKW nah an der saarländischen Grenze konnten die Prüfer 2015 Verbesserungen im Bereich des Umweltschutzes feststellen. Der 2014 zu hohe Kupfer-Ausstoß in die Mosel ist laut ASN-Bericht behoben worden. Anders beim Strahlenschutz innerhalb der Anlage. In Cattenom seien öfter ionisierende Strahlungen an Kleidungen von Mitarbeitern festgestellt worden als in den meistens anderen französischen Atomkraftwerken.

 

Was die Sicherheit angeht, stehe Cattenom „im nationalen Durchschnitt, nicht besser und nicht schlechter“, sagte Pierre Bois, der neue Leiter der ASN in Straßburg. Sowohl die planmäßige Abschaltung von Reaktoren wegen Wartungsarbeiten als auch der im Mai wegen eines offenen Ventils im Sekundärkreislauf ausgelöste interne Notfallplan seien vom Betreiber EdF gut umgesetzt worden.

 

Auch aus dem Elsass gibt es laut ASN gute Nachrichten. Das Atomkraftwerk Fessenheim sei 2015 sicherer geworden. „Was die Sicherheit angeht, steht Fessenheim jetzt über den nationalen Durchschnitt“, berichtete Vincent Blanchard, der bei der ASN für die Prüfung von nuklearen Anlagen zuständig ist. Auch in den Punkten Strahlenschutz und Wartungsarbeiten ist die Aufsichtbehörde mit dem Standort zufrieden. Nachbessern muss EdF dort bei der Instandhaltung von Geräten, die keine direkte Auswirkung auf die Sicherheitslage haben, deren Fehlleistung dennoch problematisch ist. So etwa wie 2015 bei einem Wasserleck, das sich nicht auf den Reaktor auswirkte, aber deren Ursache schlecht analysiert wurde, sodass ein Rohr ein zweites Mal durchbrach. Ein Damoklesschwert schwebt noch über den Reaktor 2. In mehreren französischen AKW wurden in den vergangenen Jahren auffällige Komponenten des Atomkonzerns Areva eingebaut. 80 betreffen Meiler, die noch in Betrieb sind. Bei 79 davon hat EdF eine interne Prüfung durchgeführt und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Unregelmäßigkeiten keine sicherheitsrelevante Auswirkungen haben. Nummer 80 wurde im Reaktor 2 von Fessenheim eingebaut. Mitte Juni wurde der Reaktor für weitere Untersuchungen am betroffenen Dampfgenerator heruntergefahren. Egal wie diese ausfallen, auf der internen Prüfung von EdF wird noch eine externe durch die Atomaufsichtsbehörde folgen.

 

Meinung:

 

Poker um Fessenheim

Von  Hélène Maillasson

 

Fessenheim zählt jetzt zu den guten Schülern? Das mag einem die Sprache verschlagen und manch einer wird an der Glaubwürdigkeit der Aufsichtsbehörde zweifeln. Doch was im Bericht steht, heißt schlicht und einfach, dass der Betreiber EdF im vergangenen Jahr einiges in die Sicherheit der elsässischen Anlage investiert hat und somit vernünftige Standards erreicht. Das bescheinigt zumindest die ASN – und dürfte stimmen. Es bleibt aber nur eine Momentaufnahme.

 

Wie lange Fessenheim noch sicher laufen kann, ist schwer zu sagen. Doch schafft es EdF auch dieses und nächstes Jahr an diesem Standort, ein gutes Sicherheits-Zeugnis zu bekommen, steigert der Betreiber seine Chancen auf eine verlängerte Laufzeit. Oder geht es nur um eine dicke Abfindung durch den Staat im Falle einer Abschaltung?

 

Zum Thema:

 

Im AKW Cattenom gab es 2015 22 Prüfungen durch die französische Atomaufsichtsbehörde. 37 Störfälle fanden an diesem Standort statt, fünf davon entsprechen der Stufe 1 auf der internationalen siebenstufigen INES-Skala, die anderen entsprechen der Stufe 0. Das AKW in Fessenheim wurde 17 Mal geprüft. Dort gab es 2015 22 Störfälle , einer davon entspricht der Stufe 1, die anderen entsprechen der Stufe 0. hem
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