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Notlandung: Ungarische Frachtmaschine fliegt stillgelegten Zweibrücker Flughafen an

Eine Frachttransportmaschine der Luftfahrtgesellschaft Arcus-Air musste Freitagfrüh in Zweibrücken notlanden. Die Pilotencrew Raphael Stelzer und George Panait konnte trotz eines platten Bugrads sicher auf der Landebahn ausrollen.

Beim Start im ungarischen Györ hatte Chefpilot Stelzer starke Schwingungen an der Dornier 228 festgestellt. In der Luft kam es dann zur Entscheidung, auf dem Arcus-Heimatflugplatz Zweibrücken notzulanden. Dort wiederum traf Standortleiter Benjamin Grünagel vom neuen Airportbesitzer Triwo AG im Eiltempo alle technischen Vorbereitungen.

Warum landeten die beiden Berufspiloten nicht am benachbarten Flughafen Saarbrücken, sondern auf dem zum Sonderlandeplatz herabgestuften Ex-Flughafen Zweibrücken ? Der diesmal am Steuerknüppel sitzende 28-jährige Stelzer erklärt: „Nein, wir wussten ja, dass die erst um sechs Uhr aufmachen.“ Um diese Zeit stand die Frachtmaschine samt ihrer im ungarischen Györ aufgenommenen Ladung bereits im Hangar in Zweibrücken , wo die defekten Bugräder ausgetauscht wurden. Das Linke hatte einen Platten.

Um 22 Uhr Ortszeit waren die beiden Arcus-Piloten in England mit Ziel Györ gestartet, um Fracht aufzunehmen und diese in England abzuliefern. Um 4.48 Uhr erreichte den Zweibrücker Triwo-Standortleiter Benjamin Grünagel die Problemnachricht von Arcus-Air zur Notlandung.

Derweil auf der (für die am Airport ansässigen Flugunternehmen) ohnehin vom Schnee geräumten Landebahn die für die Piloten wichtigen Bremskoeffizienten ermittelt wurden, alarmierte Grünagel um 5.01 Uhr die Stadtfeuerwehr Zweibrücken . Diese rückte mit fünf Fahrzeugen und 29 Feuerwehrleuten aus, darunter viele ehemalige Beschäftigte am Flughafen. Dazu Rettungshelfer des Roten Kreuzes. Das am Flugplatz stationierte große Löschfahrzeug stand einsatzbereit da, alles klappte wie am Schnürchen. Dem neuerdings zuständigen Tower in Frankfurt konnte gemeldet werden, dass die erforderliche Rettungskette steht. Um 5.53 Uhr setzte die Do 228 mit der Kennung D-CAAL sicher auf dem bis auf die geräumte Rollbahn verschneiten, bitterkalten Flughafen Zweibrücken auf. „Hatten Sie beim Landen mal Herzklopfen?“ Eine für den Piloten Raphael Stelzer wohl doch etwas überraschende Frage. Denn die Antwort kommt ganz cool: „Nein, das muss man ganz professionell abarbeiten, das ist Pilotenjob.“

Die Fracht ist inzwischen in England angekommen, mit der reparierten Maschine. Die Arcus-Air hat ihren Sitz in Zweibrücken und bietet international Fracht- sowie Charterflüge für Executive-Kunden an.

arcus-air.com
 
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