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Nur das nackte Leben gerettet

Wegen eines Kellerbrands in Malstatt musste am Donnerstagabend die Feuerwehr ausrücken.

Wegen eines Kellerbrands in Malstatt musste am Donnerstagabend die Feuerwehr ausrücken.

Pachten. Montagmorgen kurz nach fünf Uhr: Obwohl Oliver Ladwein bis spät in die Nacht gearbeitet hat, wird er wach. Der Yorkshire-Terrier Susi hat Alarm geschlagen. Der 31-Jährige erkennt sofort: "Feuer im Haus!" Durch seinen Sprung aus dem Bett wird auch seine Lebensgefährtin wach. Bereits schlagen die Flammen aus dem "begehbaren" Kleiderschrank.

"Es brennt, es brennt", ruft die Frau ins Telefon, als sie die Feuerwehr alarmiert. Danach versucht sie, sich mit ihrer kleinen Tochter in Sicherheit zu bringen. Die Flucht im Dunkeln scheitert an der verschlossenen Wohnungstür. In Panik suchen Ladwein und seine Frau im dichten Rauch die Schlüssel. Nun ist auch die Dillinger Feuerwehr vor Ort. Über die Drehleiter kann sie die Sechsjährige durch ein Fenster retten. Inzwischen ist Oliver Ladwein fündig geworden: Mit einer Axt öffnet er die verschlossene Wohnungstür, sodass Brandschützer ihm und seiner Frau zu Hilfe eilen können. Seine Rettungsaktion muss der Kaufmann jedoch teuer bezahlen. Mit schweren Verbrennungen an den Armen, auf dem Rücken und im Gesicht kommt er wie seine Frau und die kleine Tochter ins Krankenhaus. Schlimmer als seine Verbrennungen sind noch die giftigen Rauchgase, die er inhaliert hat.  Während Frau und Kind die Klinik bereits tags darauf verlassen können, bleibt der 31-Jährige in einer Spezialklinik in Ludwigshafen, in die er gleich am Montag geflogen worden war.

31-Jähriger in Spezialklinik

Die optimale medizinische Betreuung zahlt sich aus: Als seine Mutter und die Lebensgefährtin ihn am nächsten Tag besuchen, ist er aus dem Koma erwacht. "Er befindet sich wohl auf dem Weg der Besserung," berichtet sein Ziehvater Kurt Frings. Bis der Verletzte das Krankenhaus wieder verlassen kann, werden aber etliche Wochen ins Land gehen. Mutter Hildegard und ihr Lebensgefährte Kurt Frings hoffen jedoch, dass er in knapp zwei Wochen zumindest ins Saarland verlegt werden kann.

Wie es für die kleine Familie weitergehen kann, ist noch ungewiss. Das Feuer hat nicht nur die Wohnung, sondern auch das gesamte Hab und Gut von Oliver Ladwein und seiner Frau vernichtet. Sie konnten im wahrsten Sinne des Wortes lediglich die nackte Haut retten. Die Drei werden zunächst bei Mutter oder Vater unterkommen. Auch Freunde der Familie haben spontan Hilfe zugesagt. Ohne Unterstützung von außen wird es aber nicht gehen.

Auch die Ursache des verheerenden Brandes ist inzwischen gefunden: Nicht ein Kaminbrand, wie zunächst von Seiten der Feuerwehr vermutet, hat den nächtlichen Brand ausgelöst, sondern, so die Brandermittler des Landeskriminalamtes, ein Defekt an der Stromleitung einer Halogenleuchte im Bad. Noch ein Opfer: Der kleine tapfere Yorkshire-Terrier Susi hat den Brand nicht überlebt.

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