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Nur zwei Plätze sind im Regionalverband gut genug für Camping

Der Osthafen wäre ein guter Ort für einen neuen Campingplatz in der Landeshauptstadt, sagen die Gutachter. Archivfoto: Oliver Dietze

Der Osthafen wäre ein guter Ort für einen neuen Campingplatz in der Landeshauptstadt, sagen die Gutachter. Archivfoto: Oliver Dietze

Camper mit Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen sind für den Fremdenverkehr interessante Kunden, das Geschäft bundesweit mit ihnen wächst. Wie man schon an ihren oft luxuriösen Reisefahrzeugen erkennen kann, lassen sie sich ihre Urlaube etwas kosten. Im Saarland, speziell im Regionalverband, wird diese Klientel, anders als in Lothringen, Luxemburg und in Rheinland Pfalz, bislang nicht verwöhnt. Es gibt nur zwei einfache Campingplätze in Saarbrücken : derjenige der Kanuwanderer und ein anderer am Spicherer Berg. Letzterer soll nach Plänen der Stadt allerdings einem Gewerbegebiet im Almet weichen (wir berichteten). Dazu kommen drei Wohnmobilplätze, nämlich ein sehr gut bewerteter an der Rilchinger Therme, ein weiterer am Calypso-Bad und ein einfacher am Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

 

Viel Luft nach oben also. Aber eignet sich der Großraum Saarbrücken überhaupt für weitere Angebote? Diese Frage gab der Regionalverband als Untersuchungsauftrag an das Berliner Unternehmen dwif Consulting. Nun wurden die Ergebnisse der Studie vorgestellt. Für manchen Tourismusbeauftragen aus den Kommunen dürften die Erkenntnisse ernüchternd ausfallen. Die Gutachter halten nämlich nur zwei von insgesamt 13 untersuchten Standorten für geeignet. Das hängt maßgeblich damit zusammen, dass sie nur Campingplatz-Standorte empfehlen, die sich rentabel errichten und mit langfristiger Perspektive übers ganze Jahr betreiben lassen, und das bei konsequenter Betriebsführung und bei bester Anwerbung der Kunden – eine Sache ausschließlich für Profis aus der Branche also.

 

Zu den 19 untersuchten Kriterien gehörten unter anderem die gute Anbindung und Erreichbarkeit mit großen Fahrzeugen, eine große Fläche, Freizeitangebote für das ganze Jahr und das Vorhandensein von Gastronomie und Einzelhandel. Wasser sollte auch in der Nähe sein. Zu den durchgefallenen oder allenfalls bedingt geeigneten Standorten zählen unter anderem die ehemalige Gulliver Welt in Saarbrücken , der Halberger Hafen, der Netzbachweiher und der St. Nikolauser Weiher. Der Ausbau des Calypso-Stellplatzes wird nicht empfohlen. Nach Ansicht der Gutachter böte sich aber am Saarbrücker Osthafen als mögliches Konzept ein „urban-alternativer“ Campingplatz für Singles und junge Paare an, mit kleinen Häusern, „Pods“ und „Scubs“ sowie junger Gastronomie und einer Wassersportanlage für Wakeboarder , wohl gemerkt als Ergänzung zum Sportboothafen. Am Standort Kleinblittersdorf könnten sich die Experten einen naturnahen Vier- bis Fünf-Sterne-Campingplatz eher klassischen Typs für Dauer- und Freizeitcamper vorstellen, mit zusätzlichen Angeboten wie Camping im Wald oder in Baumhäusern. Die Nähe zur Therme, zum Wohnmobil-Platz und zum Biosphärenreservat Bliesgau gilt als großer Startvorteil, angelegt werden müssten neben dem Campingpark den Vorschlägen zufolge mehrere Typen von Gastronomie sowie ein Supermarkt.

 

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo ( SPD ) stellte klar, dass die öffentliche Hand hier nicht als Investor und Betreiber infrage komme, sondern allenfalls als Unterstützer; hier sei das Engagement von Unternehmern gefragt. Bleibt abzuwarten, wer die Vorschläge als Chance betrachtet. „Ganz einfach wird es nicht“, so Gillo.
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