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OB-Wahl Saarbrücken: Wer hat das beste Plakat?




Saarbrücken. „Der beste Platz für einen Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“ Der kürzlich verstorbene Humorist Loriot hatte auch zu Wahlplakaten eine pointierte Meinung. Doch Spott hin oder her – die Parteien investieren viel Zeit und Geld in Plakate. Die Werbetafeln sollen den Wählern die Kandidaten „im Vorbeigehen“ näherbringen und Botschaften transportieren, sowohl auf der bewussten als auch unterbewussten Ebene – auch in Saarbrücken.

Die SPD will mit dem Slogan „Mut und Liebe für unsere Stadt und ihre Menschen“ sowie einem Foto von Kandidatin Charlotte Britz „emotionalisieren und mobilisieren“, sagt der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Jürgen Renner. Britz habe den Mut, die Belange des Gemeinwohls gegen Einzelinteressen durchzusetzen. Sie beweise Leidenschaft für die Menschen und ihre Alltagssorgen. Bei ihr werde deutlich, was die Publizistin Hannah Arendt wie folgt formuliert hat: „Politik ist angewandte Liebe zur Welt.“ Das sollen die Plakate veranschaulichen, so Renner.

Die CDU setzt ebenfalls auf ein großes Foto ihres Kandidaten Peter Strobel, im Hintergrund ist die Ludwigskirche zu sehen. Der Slogan: „Jetzt kommt Peter Strobel – neue OB-Kompetenz für Saarbrücken“. Der Hintergrund soll zeigen, dass „Peter Strobel Saarbrücker ist und sein Interesse seiner Heimatstadt gilt“, sagt die CDU-Stadtverordnete Anke Schwindling. Mit der „neuen OB-Kompetenz“ sei Wirtschaftskompetenz gemeint: „In den vergangenen Jahren hat die Sozialpolitik Saarbrücken beherrscht. Sozialpolitik ist wichtig, aber die Grundlagen für all das, was man bewegen will, ist eine stabile wirtschaftliche Situation der Stadt. Und Peter Strobel steht für Wirtschaftskompetenz“, sagt Schwindling.

Auf den Plakaten von FDPKandidat Friedhelm Fiedler stehen konkrete Forderungen: „Nein zum Tunnel“ und „Kostenlose Kitas“. „Die Menschen sind nicht dumm. Sie wollen nicht nur, dass der Kandidat sympathisch wirkt und Optimismus transportiert. Die Wähler wollen etwas über die politischen Ziele des Kandidaten erfahren“, sagt Fiedler. Die von ihm gewählten Slogans griffen Themen auf, die den Saarbrückern „unter den Nägeln brennen“, so Fiedler.

Weder Stadt noch Land hätten das Geld für „das teure und sinnlose Tunnelprojekt“. Die Saarbrücker hätten dringendere Bedürfnisse, etwa eine kostenlose Kinderbetreuung: „Gerade Familien aus bildungsfernen Schichten sind darauf angewiesen – damit ihre Kinder die gleichen Chancen haben wie andere“, sagt Fiedler. „Die Saarbrücker FDP hat ein starkes soziales Gewissen – das sollen die Plakate vermitteln.“

Die Grünen verzichten auf harte politische Themen. Die Slogans lauten „I love SB“ und „Claudia Willger – in Saarbrücken zu Hause“. „Wahlplakate gewinnen meistens nur für kurze Zeit die Aufmerksamkeit der Passanten. Deshalb erklären wir die Einzelheiten unseres Wahlprogramms in einer Info- Broschüre“, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende Claudia Beck. Das Plakat wiederum soll „optisch ansprechend wirken, Saarbrücken als Stadt mit Herz darstellen und ist auf unsere Kandidatin zugeschnitten“, so Beck. Willger, gebürtige Saarbrückerin, liebe ihre Stadt und habe sich schon immer für sie engagiert. Der grüne Hintergrund solle den umweltpolitischen Schwerpunkt der Partei unterstreichen.

Vom NPD-Kandidaten Frank Franz erhielt die SZ trotz mehrfacher Kontaktversuche keine Stellungnahme.

HINTERGUND

Beim Aufhängen ihrer Wahlplakate müssen die Parteien genaue Auflagen der Stadt einhalten. So darf jede Partei nicht mehr als 360 Plakate an dafür vorgesehenen Stellen befestigen, damit das Stadtbild nicht beeinträchtigt wird. In den Fußgängerzonen etwa ist es verboten zu plakatieren. Jedes Plakat muss mit einer Marke des Ordnungsamtes versehen sein. Die Grenze für die Gesamtzahl der Plakate ist an die Einwohnerzahl geknüpft: ein Plakat je 100 Einwohner. gha

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