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OLT-Fluggäste stranden in Ensheim

Bitter für die Fluggäste, die gestern Morgen nach München wollten: Alle OLT-Flüge sind seit gestern gestrichen.

Bitter für die Fluggäste, die gestern Morgen nach München wollten: Alle OLT-Flüge sind seit gestern gestrichen.

Saarbrücken. Gestern Morgen, Viertel vor Sechs. Joachim Schirra will für seinen Flug nach München einchecken. Statt auf eine Warteschlange trifft er auf mehrere Passagiere, die ebenso wie er fassungslos erfahren müssen, dass sie ihre Vormittags-Termine in München absagen müssen. Der Grund: Die Fluggesellschaft OLT Express hatte am Vorabend überraschend bekannt gegeben, sämtliche Flüge zu streichen, nachdem ein Sanierungskonzept gescheitert war.
Für Schirra und die anderen Geschäftsreisenden gestern Morgen war es ärgerlich, weil sie neue Verbindungen für ihre Reise nach München auftun mussten. Am Air-Berlin-Schalter war noch eine Kurzfrist-Buchung für 600 Euro über Berlin zu haben. Die meisten versuchten aber, per Bus oder Auto ans Ziel zu kommen.

Offen ist, ob und wie die OLT-Kunden ihre Tickets zurückerstattet bekommen. Weil OLT zeitnah Insolvenz anmelden werde, müssten „alle Forderungen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden“, sagte ein Sprecher. Das gilt auch für die zahlreichen Saarländer, die auf der Freizeit-Messe vergünstigte Flüge gekauft haben. Erfolgsaussichten: offen.
Neben den gestrandeten Reisenden und den OLT-Mitarbeitern, die um ihre Zukunft bangen, sieht Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) auch einen Schaden für den Flughafen Ensheim: „Wenn eine Fluggesellschaft den Betrieb einstellt, leidet auch das Image des Flughafens“, sagt er. Trotzdem sei solch ein Rückschlag aber kein Grund, ein Projekt wie das mit OLT Express gar nicht erst zu starten. „Wir dürfen uns dadurch nicht abschrecken lassen und in Zukunft gar keine Chancen mehr nutzen.“

Chancen nutzen

„Chancen nutzen“ lautet die Kernbotschaft, denn Barke hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Fluggastaufkommen in Ensheim zu steigern und das Defizit des Flughafens um fünf Millionen Euro zu halbieren. Gerade im Ferienflugverkehr sieht er Möglichkeiten, ebenso wie im Werftgeschäft, das am Flughafen günstiger als an großen Standorten angeboten werden könne.

Vorerst will Flughafenchef Thomas Schuck aber über eine Standortanalyse ermitteln, welcher Flugbedarf überhaupt im Saarland besteht. „Wir fragen beispielsweise bei den Unternehmen ab, welche Wünsche sie haben“, sagt er. „Wenn wir das Potenzial kennen, können wir mit den Airlines sprechen, ob sie entsprechende Fluglinien anbieten können.“
Letztlich kommt mit der aktuellen Entwicklung auch wieder die Frage auf den Tisch, inwieweit die benachbarten Flughäfen Ensheim und Zweibrücken enger zusammengeführt werden können. SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn sieht da noch Potenzial: „Die Kooperation muss vertieft werden“, sagt er. Sparpotenzial sieht er in Betrieb und Infrastruktur. Linken-Fraktionschef Rolf Linsler empfiehlt gar, abseits aller Sparbemühungen zusätzliches Geld in den Saar-Flughafen und die Infrastruktur zu stecken und ihn so noch attraktiver zu machen. Im Rahmen einer Kooperation könne Saarbrücken dann die Passagierflüge übernehmen, während Zweibrücken den Frachtverkehr abwickelt.

Flughafenchef Thomas Schuck, auf die geplante Kooperation angesprochen, ist da zurückhaltender: Was diese bringen könne, werde geprüft: „Aktuell schauen wir gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern, welche Synergien sich finden lassen können“, sagt er. „Aber 35 Kilometer Entfernung – die machen es schwierig für beispielsweise nur eine Feuerwehr.“

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