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Ob Party oder Diskotour: Stretch-Limousinen liegen im Saarland im Trend

Mit der Stretch-Limousine (hier einem Hummer mit satten 40 Metern Wendekreis) durch Saarbrücken zu fahren, ist der neue Wochenendtrend.

Mit der Stretch-Limousine (hier einem Hummer mit satten 40 Metern Wendekreis) durch Saarbrücken zu fahren, ist der neue Wochenendtrend.

Veronika Stumpf aus Morbach im Hunsrück ist mit sechs Freundinnen extra mit der Bahn nach Saarbrücken gereist, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Alle haben rosafarbene Schärpen um und Krönchen auf. So stehen sie am Samstagabend vor dem Saarbrücker Hauptbahnhof und warten. Und dann kommt sie: die Stretch-Limousine Hummer H2 mit 16 Plätzen, mehr als 400 PS, zwölf Metern Länge, einem Wendekreis von rund 40 Metern – und Hollywood- Glamour-Faktor. Neu kostet sie 220 000 Euro. Sie hat eine Cocktailbar und eine 1500 Watt-Musik-Anlage.

Die Mädels aus Rheinland- Pfalz köpfen zwei Flaschen Sekt und lassen sich von Ex-Radio- Salü-Moderator und Firmeninhaber Thorsten Kremers über einen einstündigen Umweg in die Diskothek N8-Werk fahren. 250 Euro kostet der Spaß, die Diskothek sichert den Gästen Zugang zur VIP-Lounge, Getränkebons und Vorzugsbehandlung am Eingang. Kremers braucht für den Wagen einen Busführerschein und die Erlaubnis zur Personenbeförderung. Am Wochenende ist die Stretch-Limousine schon ab 19.30 Uhr in Saarbrücken unterwegs, später tourt sie noch durch andere Orte, denn die angesagten Clubs machen alle mit: N8-Werk und Kufa in Saarbrücken, das Sound in Dillingen, das Lindenau und das Flash in St. Wendel oder 99 Grad in Merzig. Und auch die Heimfahrt ist möglich – wenn die Straße nicht zu eng ist.Denn Kremers kann schon in der Innenstadt nicht jede Strecke nutzen.

Bevor die Braut aus dem Hunsrück die Türen des Hummer schließt und die sieben Mädels im Wageninnern bei wummerndem Bass verschwinden, gibt Kremers einige Anweisungen. Kaugummis sind verboten, die finden sich sonst gerne mal im Polster. Und der Wagen muss sauber hinterlassen werden. Die jungen Frauen kreischen vor Begeisterung, und Passanten nehmen alles auf Video auf. Zwölf Meter lang, 16 Sitze und eine Cocktailbar: Die Fahrt in einer Stretch-Limousine garantiert die Aufmerksamkeit der Passanten und Spaß mit Freunden. Die Fahrer erleben bei solchen Touren auch viel Kurioses. Vor dieser Tour, an die sich an diesem Samstag noch weitere im Stundentakt anschließen, hat Rico Geisler seinen Auftritt. Er ist Barkeeper und fährt auf Wunsch eine Stunde (oder länger) mit. Dann gibt es im Wagen zur Musik auch noch Cocktails.

Die Kunden seien Geschäftsleute oder Gäste von Geburtstagspartys oder auch von „Einfach-nurso- Touren“, sagt Geisler. Michael Elss aus Malstatt vermietet seit 25 Jahren solche Limousinen, er war der erste Anbieter im Saarland. Heute hat er drei der langen US-Kreuzer im Einsatz. Anstatt auf Diskotouren setzt er auf Hochzeiten und geplante Touren. Da sei weniger Alkohol im Spiel, sagt er. Er sitzt auch mal selbst am Steuer. Anekdoten gibt es viele von ihm. So berichtet er von Frank Elstner, seinem ersten Promigast, der sich mit der Stretch- Limousine zur Show „Wetten dass . . ?“ in die Saarlandhalle habe fahren lassen, oder von einer Vierer-Gruppe, die sich von Saarbrücken nach St. Tropez habe chauffieren lassen.

Auch gab es mal eine Tour zu einer Galopprennbahn, die Gäste gewannen keinen Pfennig, Elss damals 8500 Mark. Ansonsten sei das Geschäft aber reine Dienstleistung, meist konzentriere man sich aufs Fahren. Als neuer Trend aus den Vereinigten Staaten zeichne sich aber die Abkehr von der Stretch-Limousine hin zum luxuriös ausgestatteten Partybus ab. „Im Bus kann man stehen und tanzen, das geht in der Stretch-Limousine nicht“, sagt Elss. Einen Partybus gibt es in Saarbrücken auch schon. Äußerlich gleiche der einem USSchulbus. Für Partybegeisterte wird es also im Saarland auch weiterhin nicht langweilig.
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