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Obsternte im Saarland schhlecht wie lange nicht

Saarbrücken. Es ist herrlich, wenn man in diesen Tagen bei Sonnenschein und angenehmen Herbst-Temperaturen über die Felder des Regionalverbandes Saarbrücken spaziert.

Die Bauern ernten den letzten Mais und säen schon fürs neue Jahr. Die Blätter an den Bäumen bringen die rotgelben Herbstfarben ins Spiel. Aber Moment, irgendwas fehlt doch. Was ist mit den Birnen und Äpfeln, die man normalerweise beim Spazieren pflücken und genießen kann? „Da müssen Sie schon Glück haben. Es gibt in diesem Jahr so gut wie keine“, erklärt Robert Weber, Geschäftsführer des Bezirksverbandes der Obst- und Gartenbauvereine Saarbrücken: „Es gab in diesem Jahr so gut wie keine Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Birnen und Äpfel. Der späte Frost im Frühjahr, die lange Kühle und der wenige Bienenflug haben keine bessere Ernte zugelassen.“ Weniger Obst bedeutet auch weniger Saft. „Alle Obst- und Gartenbauvereine in unserem Verband klagen über die schlechten Obstannahme-Zahlen. Es gibt viele, die überlegen, ob sie überhaupt Saft keltern sollen“, sagt der Verbandsgeschäftsführer.

In Bischmisheim hat der Obst- und Gartenbauverein am 24. September mit der Obstannahme begonnen. Die Zahlen sind erschreckend. „Wenn das so weitergeht, machen wir in diesem Jahr keinen Saft. Im vergangenen Jahr haben wir an einem Annahmetag bis zu acht Tonnen Äpfel angenommen und haben diese eine Woche lang gepresst. Diesmal haben wir nur 200 Kilo Äpfel bekommen. Ich habe wenig Hoffnung, dass das dieses Jahr noch was wird“, erklärt Gerhard Deutsch, Vorsitzender des Bischmisheimer Obst- und Gartenbauvereins. In der Gemeinde Kleinblittersdorf gibt es im Ortsteil Bliesransbach in jedem Herbst eine Obstversteigerung. Ein Spektakel mit vielen Besuchern. Diesmal musste die Versteigerung ausfallen – das Angebot war rar.

Kaum Obst, so gut wie kein Saft – wie sieht’s mit dem Honig aus? „Es gibt in ganz Deutschland in diesem Jahr keinen Akazienhonig. Kastanienhonig ist um zwei Drittel zum Vorjahr zurückgegangen und der Honig der Obstblüten ist ebenfalls deutlich weniger“, sagt Herbert Hassel, Vorsitzender des Kreisverbandes Saarbrücken im Landesverband Saarländischer Imker: „Es gab kaum Blüten im Frühjahr und dementsprechend langsam sind die Bienenvölker gewachsen. Ich habe mit vielen Imkern gesprochen. Das war die schlechteste Obst- und Honigernte seit dem Jahr 1966. Damals waren die Verhältnisse ähnlich katastrophal.“

Während Obst und Honig also Mangelware sind, können die Landwirte immerhin von einer durchschnittlichen Ernte sprechen. „Die Rapsernte war gut, die Weizenernte eher schlecht. Da allerdings die Getreidepreise gestiegen sind, können wir noch von einer durchschnittlichen Ernte sprechen“, berichtet Karsten Schmeer, Vorsitzender des Kreisverbandes Saarbrücken im Bauernverband Saar.

Fazit: Die Obsternte ist miserabel, die Erklärungen sind schlüssig – also muss der Spaziergang ohne Äpfel oder Birnen fortgesetzt werden. Vielleicht gibt’s ja irgendwo ein paar Esskastanien oder Nüsse. „Auch da werden Sie kein Glück haben. Esskastanien gibt es vereinzelt, Nüsse aber so gut wie keine“, sagt Robert Weber. In Ordnung, dann geht’s eben in den Wald zum Pilze sammeln. „Vergessen Sie es“, widerspricht Harry Regin, Vorsitzender der Pilz-Freunde Saar-Pfalz: „Es war viel zu trocken. Wir brauchen in den nächsten Wochen viel Regen, damit aus der Pilzsaison noch etwas wird.“ Nun ja, dann eben doch nur die herrliche Idylle eines Spaziergangs und die Vorfreude auf mehr Obst im kommenden Jahr.

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