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Offener Treffpunkt für Trauernde in Saarlouis

Saarlouis. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, fühlt sich der Hinterbliebene meist alleine und unverstanden in seiner Hoffnungslosigkeit. Dieses Gefühl kennen alle, die einen starken emotionalen Verlust erlitten haben. „Anderen geht es genau so, und das ist schon ein erster, wenn auch kleiner Trost“, weiß Rolf Friedsam, Pastoralreferent der Katholischen Kirche im Dekanat Saarlouis, der als Trauerbegleiter die Bedürfnisse Hinterbliebener kennt. Er weiß aber auch, dass manche Menschen sich nicht von den bereits in Saarlouis angebotenen Trauergesprächskreisen angesprochen fühlen. „Wir brauchen ein offenes und ungezwungenes Angebot, bei dem man auch gerne anonym bleiben und nur zuhören kann“, stellte er fest.

Die gleiche Erfahrung machten auch Gabriele Andler, Koordinatorin für Hospiz und Palliativmedizin beim Caritasverband Saar-Hochwald in Saarlouis, und die selbstständige Gestalttherapeutin und Trauerbegleiterin Irmtraud Haxter. Auch auf Grund der guten Erfahrungen und starken Nachfrage bei den bereits existierenden Lebenscafés in Trier, Neunkirchen und Völklingen begannen die Initiatoren vor rund einem halben Jahr mit der Planung des Saarlouiser Pendants in Trägerschaft des Dekanats und der Evangelischen Kirchengemeinde in Kooperation mit dem Caritasverband Saar-Hochwald, das heute von 16 bis 18 Uhr in der Ludwigsstube neben dem Haupteingang der Pfarrkirche St. Ludwig am Großen Markt eröffnet.
Zwangloses Gesprächsangebot

Es soll jeden zweiten Montag im Monat von 9.30 bis 11.30 Uhr und jeden vierten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr zur Verfügung steht. „Das Angebot wird sich in zwei Phasen gliedern“, erklärt Gabriele Andler, „es besteht die Möglichkeit, bei gemeinsamem Frühstück oder Kaffee und Kuchen zwanglos ins Gespräch zu kommen oder auch nur zuzuhören. Danach wird es ein von uns gestaltetes Gruppengespräch mit Impulsen in Form von Texten oder ähnlichem geben.“ Bei jedem Treffen sollen je zwei Fachleute anwesend sein.

Die Hospizbegleiterinnen Elke Rupp, Susanne Becker und Katie Schmitz gehören ebenfalls zum Team. Die Teilnahme ist an keine Konfession oder Religionszugehörigkeit gebunden. Es gehe darum, Hoffnung zu machen, dass man trotz langer Trauer und Rückschlägen wieder zurück ins Leben finden könne. „Zuerst geht es darum zu akzeptieren, dass sich der größte Wunsch nicht erfüllen: der Verstorbene kommt nie mehr zurück“, erläutert Irmtraud Haxter die Phasen des Trauerns. „Schließlich geht es darum, eine Perspektive für sich selbst zu finden.“

Mit zu den härtesten Herausforderungen gehöre, neben der Trauer häufig mit alltäglichen Dingen konfrontiert zu sein, um die sich früher der Partner gekümmert hat. „Das ist eine wahnsinnige Leistung, die aber auch Mut macht“, sagt Rolf Friedsam. Kathrin Werno

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