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Ohne Bedenken rein ins Nass

Im Losheimer Stausee und im Bostalsee darf bedenkenlos geplantscht werden. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Wer Abwechslung sucht, der schaut sich am besten jenseits der Landesgrenze um.

Von SZ-Mitarbeiterin Caroline Biehl


Losheim/Bosen.
Es ist trüb, es ist regnerisch, es ist kühl in diesen Juli-Tagen. Schwimmen im Freien ist da nur etwas für Hartgesottene. Schade eigentlich, denn gerade hat das saarländische Gesundheitsministerium den Badegewässern im Land eine ausgezeichnete Qualität bescheinigt. Der Bostalsee wie auch der Losheimer Stausee erfüllen demnach „die Anforderungen der EU-Richtlinie in hohem Maße“ , teilt das Ministerium mit (wir berichteten).
Messgröße für die Badequalität der Gewässer ist vor allem das Vorkommen bestimmter Bakterien, im Wasser etwa der Escherichia Coli. Sie gelten als Indikatoren für fäkale Verunreinigungen des Wassers. Die Schwimmbäder einmal ausgenommen, erfüllen laut Ministerium derzeit zwei der ursprünglich drei als Europäische Badegewässer ausgewiesene Stellen „die Anforderungen der EU-Richtlinie in hohem Maße“. Dies sind der Losheimer Stausee und der Bostalsee. Im dritten EU-Badegewässer, der Nied, herrscht hingegen striktes Badeverbot, weil die Wasserqualität vor allem nach starkem Regen zu schlecht ist. Der Sprecher des saarländischen Umweltministeriums, Marcus Klein, erklärt: „Wenn es stark regnet, schaffen die Kläranlagen die Wassermengen nicht.“ Dann würde Wasser aus den Kanälen in Not-Becken, so genannte Vorfluter, geleitet. „Die Vorfluter entwässern zum Teil auch in die Bäche und Flüsse“ – und das ungeklärt. Für die Umwelt stelle dies keine Probleme dar, für die Badequalität der Nied schon.

Blieben noch die zahlreichen kleinen Seen und Weiher sowie die übrigen Flüsse, die nicht als Badegewässer ausgewiesen sind. Diese allerdings würden auch nicht auf ihre Wasserqualität hin kontrolliert, mahnt der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Stephan Kolling. Und – im Gegensatz zu Losheim und Bosen – gibt es hier auch keine Badeaufsicht. Ob das Schwimmen dort gänzlich verboten ist, und das auch kontrolliert wird, das obliegt laut Kolling den jeweiligen Ordnungsämtern. Vor allem vor dem Sprung in die Flüsse warnt der Sprecher des saarländischen Landesverbands der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Oliver Zangerle: „Überall wo es Berufsschifffahrt gibt, ist das Schwimmen eigentlich tabu. Davon ist strikt abzuraten“, ganz davon abgesehen, dass in Fließgewässern für den Schwimmer erschwerend die Strömung hinzukomme.

Wer in Sachen Badesee aber nun einmal Alternativen zu den beiden saarländischen sucht, der kann beispielsweise in die Westpfalz fahren. Bei Kaiserslautern liegt der Gelterswoog, der größte Stausee des Pfälzer Walds, und seit über 80 Jahren als Badegewässer ausgeschrieben. Weiter südlich im Biosphärenreservat Pfälzerwald ist der Schöntalweiher gelegen. Dort allerdings gibt es keine Badeaufsicht. Gleiches gilt für den Bärenlochweiher bei Landstuhl. In Baumholder darf sogar ganz offiziell mitten in der Stadt geplantscht werden, inklusive Badeaufsicht.

Direkt hinter der luxemburgischen Grenze – und bei vielen Saarländern schon lange kein Geheimtipp mehr – liegt der Baggersee bei Schengen-Remerschen. Kurz hinter der französischen Grenze lässt es sich am besten im Dieffenbach-Weiher oder im Mittersheimer Weiher baden. See-Alternativen gibt es also zuhauf – fehlt nur noch das Badewetter.


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