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Ommmmmmmm: Neunkircher gibt die Anleitung zum Entspanntsein

Der selbst ernannte Hypnotiseur Jan Becker. Foto: NK Kultur

Der selbst ernannte Hypnotiseur Jan Becker. Foto: NK Kultur

Die Zeit drängt, der Redaktionsschluss naht. Bei den Kollegen im Büro bricht Hektik aus. Ich versuche dagegen ruhig zu bleiben und mich an die Tipps zu erinnern, die mir Jan Becker bei seinem Selbsthypnose-Seminar in Saarbrücken gegeben hat. Mit rund 50 Teilnehmern aus ganz Deutschland – von der Hausfrau bis zum Akademiker – ist die ganztägige Veranstaltung ausgebucht. 379 Euro hat jeder dafür bezahlt.

Zunächst sei es wichtig zu lernen, was es heißt, entspannt zu sein und sich auf eine Sache zu fokussieren, erklärt der aus Neunkirchen stammende Becker. Als Ausgangssituation für unterschiedliche Übungen hat er immer wieder eine progressive Entspannungs-Technik parat: „Deine Füße stehen fest auf dem Boden. Deine Hände legst Du auf die Oberschenkel, und du legst dich entspannt nach hinten“, sagt er beispielsweise. Dann sollen wir tief durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen sowie unseren Körper vom Kopf bis in die Zehenspitzen entspannen.

Viele Teilnehmer sprechen schnell darauf an. Als sie danach aufgefordert werden, irgendetwas zu tun, küsst eine Dame Becker auf die Wange. Andere vertrauen ihm private Dinge an. So erhofft sich eine Springreiterin, die nach einem Unfall Angst hat, mit ihrem Pferd zu arbeiten, von dem Selbsthypnose-Seminar Hilfe.

Zwischendurch überrascht der Bestseller-Autor Becker seine Zuhörer mit mentalen Fähigkeiten. So führt er uns zu einem goldenen Tempel , wo wir von einem Mann in weiß Antworten auf Zukunftsfragen erhalten sollen, die wir uns vorher ausgedacht haben. Danach weiß auch Becker, dass zum Beispiel eine junge Dame gefragt hat, wann sie heiratet und dass dies 2016 sein wird.

Später demonstriert Becker, dass wir durch die Fokussierung unserer Gedanken glauben, auf einer Hand einen Felsbrocken liegen zu haben, während die andere durch Luftballons hochgezogen wird. Tatsächlich: Als ich die Augen aufmache, halte ich meine Arme unterschiedlich hoch. Zudem macht uns Becker klar, dass wir uns, wenn wir wütend sind oder Stress haben, bewusst machen sollen: „Wir sind nicht die Emotion, sondern wir haben dieses Gefühl.“ Er vermittelt uns Bilder als Metapher für Stress-Situationen. Hinzu kommen Tipps wie der „ABC-Test“, der uns das Lernen erleichtern soll. Wir sagen das Alphabet auf und bewegen dazu bei jedem Buchstaben Arme und Beine in einer festgelegten Reihenfolge. Auch eine Übung gegen die „Schieberitis“, so Becker, also das Herumdrücken vor bestimmten Dingen, gehört zum Programm.

Für Teilnehmer mit Schlafproblemen hat Becker den Rat, sich vor dem Zubettgehen bestimmte Rituale zu schaffen. So könne man sich etwa vorstellen, beim Ausziehen der Kleidung die Sorgen des Alltags abzulegen oder kreisende Gedanken in einer Seifenblase einzufangen, die davonfliegt und platzt. „Ich konnte meine Gedanken plötzlich wie auf einem I-Pad wegschieben“, erklärt eine Saarbrückerin am Ende des Seminars begeistert. Becker rät uns, das Erlernte zu Hause immer wieder zu üben. Und obwohl ich erst skeptisch war, zeigen sich auch bei mir erste Lernerfolge. Trotz Zeitdruck bin ich beim Schreiben meines Berichtes entspannt geblieben . . .

Am 16. Oktober kommt Jan Becker auf seiner neuen Tour in die Gebläsehalle seiner Heimatstadt Neunkirchen.
 
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