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Oper „Das Porträt“ in Kaiserslautern

Kaiserslautern. Auf der Drehbühne des Pfalztheaters steht ein mächtiger langer Kasten – für Regisseur John Fulljames die Keimzelle seiner Simultanbühnen-Idee. Die glatte Wand der einen Seite, nicht selten dicht mit Bildern drapiert, eignet sich gut zur Skizzierung unterschiedlichster Lokalitäten. Ein paar karge Requisiten – und schon befinden wir uns in einem Maleratelier, in einer Gemäldeausstellung oder in einem noblen Restaurant. Die andere Seite des Kastens ist ausgehöhlt. Unschwer lässt sich hier „häusliche“ Szenerie von der muffigen Künstlerbude bis zum vornehmen Aristokraten-Palais unterbringen.

Die drei Akte der Oper „Das Portrait“ von Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) – nach einer Novelle von Gogol – werden durch diesen inszenatorischen Kniff bei dieser deutschen Erstaufführung (in Kooperation mit den Bregenzer Festspielen) versachlicht und gestrafft. Der gehaltliche Kern, die Beleuchtung der Künstlerproblematik am Beispiel des unglücklichen Malers Tschartkow, der seine Seele an einen teuflischen Wucherer verkauft, wird deutlich herausgefiltert.

Eine nüchterne Bühnenpräsentation. Der Zuschauer soll eigene Interpretationsansätze entwickeln. Die vielen leeren Bilderrahmen werden von einem Bildwerfer mit bunten Figuren-Fotos gefüllt, die wie von Geisterhand kommen und gehen. Das Wucherer-Gemälde allerdings, Symbol für das Böse und die seelische Zerrüttung eines Künstlers, lauert ständig vogelspinnengiftig.
Tenor Norbert Schmittberg füllt die schwere Titelpartie mit prallem Leben. Die steilen Tonsprünge, besonders in den Höhen, bewältigt er intonationssicher. In manchen breit angelegten Kan
tilenen gelingen ihm Stimmungsvarianten wie Freude oder Niedergeschlagenheit überzeugend. Daniel Böhm als Diener Nikita setzt mit weichem Bariton angenehme Ruhepunkte. Bassist Claudio Orell, mit sicheren Tiefenregistern für mehrere Personen zuständig, wirkt besonders als moritatenträllernder Laternenanzünder gut. Manchmal nur stört die ungeschickte deutsche Übersetzung des Medwedew-Librettos von Lothar Nickel, die den musikalischen Duktus oft verkennt.

Weinbergs Musik, für kleines Orchester konzipiert, wirkt nicht sehr inspiriert. Freitonale Klänge von Allerwelts-Qualität. Aber besonders die katastrophensymbolisierenden polyphonen Verdichtungen im dritten Akt fordern die sauber spielenden Musiker des Pfalzorchesters unter Uwe Sandner aufs Äußerste.

Termine im Januar: 4., 16., 21. und 26. Tel. (0631) 3675209 und www.pfalztheater.de



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