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Opfer von Einbrüchen suchten unter Diebesgut nach Wertgegenständen, die ihnen gestohlen wurden

 „Ich bin morgens um Viertel vor neun aus dem Haus, und dann sind sie durch die dreifach verglaste Scheibe rein“, erinnert sich Alfred Breitzke aus St. Ingbert. Im Juli vergangenen Jahres wurde er Opfer eines Wohnungseinbruchs, bei dem die Diebe unter anderem seinen Ehering entwendet haben. „Bestimmte Sachen kann man ersetzen“, meint er, „aber es gibt Sachen, die ideellen Wert haben.“ Deshalb ist er gestern nach Dillingen gekommen, wo die Polizei Schmuck und weitere Wertgegenstände ausgestellt hat, die bei Festnahmen beschlagnahmt wurden.

In Dillingen ist dies bereits die zweite Aktion dieser Art, erzählt Carsten Molitor vom Landeskriminalamt, Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch. Und bei der ersten Ausstellung im Januar vergangenen Jahres kam es zu einigen Erfolgen: „Über 50 Personen haben ihre Gegenstände wiedererkannt.“ Wenn etwas erkannt wird, nimmt die Polizei zunächst die Personalien auf, erklärt Molitor: „In den nächsten Tagen steht dann ein Gespräch an. Da werden Fragen gestellt und Unterlagen angefordert.“ Als Beweis für den Besitz gelten zum Beispiel Rechnungen, Expertisen und Lichtbilder – und natürlich die Stehlgutliste, die bei der Erstattung der Anzeige erstellt wird.

Für Breitzke war die Ausstellung leider kein Erfolg, er hat keins seiner gestohlenen Stücke wiedererkannt. Genauso erging es Charlotte Großklos. Sie vermisst ebenfalls Eheringe und eine Perle aus Teneriffa, „viele Erinnerungsstücke“, sagt die Homburgerin. „Ich war voriges Jahr schon mal hier“, bemerkt sie, „dann hat es jetzt keinen Sinn mehr“. Um sich in Zukunft sicherer zu fühlen – in ihrer Straße sind bereits zwei weitere Einbrüche passiert – hat sie vorgesorgt: „Ich habe mir einen Hund zugelegt.“

Neue Fenster und neue Türen waren die Sicherheitsmaßnahmen, die Karin und Wilfried Eisfeld nach dem Einbruch getroffen haben. „Das war eigentlich schon früher geplant“, erinnert sich die Frau aus St. Ingbert, „aber dann kam meine Mutter ins Altersheim und ist gestorben.“ Als die Diebe dann an einem diesigen Donnerstagabend im vergangenen Januar einstiegen, erbeuteten sie den gesamten Familienschmuck, erinnert sich ihr Mann. Darunter war auch „ein ganz alter Anhänger von meiner Großmutter“, erzählt sie, „den habe ich bei meiner Hochzeit getragen“.

Ebenfalls ein Erinnerungsstück, eine Goldkette von vor 1960, wurde Edda Herrmann aus Lebach gestohlen, wenn auch nicht bei einem Wohnungseinbruch. „Ich war mit dem Hund spazieren, da hat ein Auto neben mir angehalten“, erzählt sie, „der Fahrer fragte mich nach dem Weg ins Krankenhaus“. Während er ihr von einem Todesfall erzählte, umarmte die Beifahrerin Edda Herrmann. Als das Auto wegfuhr, merkte sie: Ihre Kette war weg. Leider war diese in Dillingen nicht dabei. Und Molitor weiß, dass gerade bei Erinnerungsstücken mit ideellem Wert die Hoffnung oft zuletzt stirbt: „Es kommen Geschädigte, deren Taten liegen zehn Jahre zurück.“  
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