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Ophüls-Promis bringen Glamour nach Saarbrücken

Saarbrücken. Die Sushi-Bar mit den Schiffchen, sagt Dani Levy, die kennt er. Der Rest der Stadt ist für den Regisseur weitgehend unerforschtes Gebiet, aber das asiatische Restaurant am Obertor, dort, wo der St. Johanner Markt endet und die Mainzer Straße beginnt, würde er wiederfinden. Dani Levy zählt ein paar Straßen auf, durch die er gehen muss vom Cinestar-Kino, in dem er sitzt, bis zur Sushi-Bar ganz in der Nähe seines Hotels. Dani Levy ist einer der erfolgreichsten deutschen Regisseure.


 
Vom Hotel ins Kino zurück ins Hotel und wieder ins Kino

Mit der Schauspielerin Cosma Shiva Hagen, den Schauspielern Gottfried John und Heio von Stetten, dem Kameramann Benedict Neuenfels und dem Regisseur Maximilian Erlenwein sitzt er in der Hauptjury des 32. Filmfestivals Max Ophüls Preis. Einer Jury, deren Leben in diesen Tagen dem System der Sushi-Bar am Obertor ähnelt, wo man auf Hockern um einen schmalen Wasserkanal herumsitzt, auf dem sich kleine Plastikschiffchen mit asiatischen Häppchen im Kreis bewegen. Ein rotierendes Büfett. Auch die Jury-Mitglieder kreisen – vom Hotel ins Kino zurück ins Hotel und wieder ins Kino.

„Wir gucken Filme, wir haben Spaß“

Die sechs Juroren gehören zu denen, die dem Festival Glanz geben sollen: den „Promis“, den Menschen, die man kennt. Wer sich viel im Cinestar-Kino aufhält, wird ihnen und anderen prominenten Filmleuten begegnen in diesen Tagen. Dass ein Saarbrücker, der sich nicht ins Festivalgetümmel stürzt, jemanden von ihnen sieht und denkt: „Den kenne ich doch“, ist recht unwahrscheinlich. Die Jury muss sich 16 Kurz- und 16 Spielfilme anschauen und bewerten. Da gebe es wenig Saarbrücken außer Kino und Hotel, sagt Gottfried John. Manchmal nicht mal Zeit, etwas zu essen.

Ja, das mit dem Essen sei nicht immer einfach in Saarbrücken, sagt Heio von Stetten und erklärt: „Man verliert das Zeitgefühl.“ Plötzlich sei es ein Uhr in der Nacht und kein Restaurant mehr zu finden, das noch offen hat. Das Ganze sei „körperlich richtig anstrengend“. Dani Levy findet es trotzdem klasse in Saarbrücken. „Wir gucken Filme, wir haben Spaß“, sagt er.

 Auch die Politik kann sich im Glanz der Leinwandhelden sonnen

Dani Levy sei einer, der sich nicht zu wichtig nimmt, hatte Henry Hübchen einen Tag vorher gesagt. Henry Hübchen ist auch einer derer, die dem Festival Glanz verleihen. Er ist Ehrengast. Und er hat mit Dani Levy einen für deutsche Verhältnisse ziemlich erfolgreichen Film gedreht: „Alles auf Zucker“. Dass der Nachwuchsregisseur Nick Baker Monteys sich bei der Präsentation seines Films „Der Mann, der über Autos sprang“, darüber gefreut hat, dass sein Team und seine Schauspieler „den langen Weg nach Saarbrücken“ gefunden haben, kann Henry Hübchen nicht ganz verstehen. Also, dass der Jungfilmer sich freut, schon. Aber ein langer Weg nach Saarbrücken? Eine Stunde Flug, das sei doch nicht lange, sagt der Berliner. Auch die Politik kann sich im Glanz der Leinwandhelden sonnen. So hat sich die sozialdemokratische Oberbürgermeisterin Charlotte Britz bei der Eröffnungsgala Cosma Shiva Hagen für ein gemeinsames Foto geschnappt, während der christdemokratische Konkurrent im Kampf um den Oberbürgermeisterstuhl, Peter Strobel, lieber die Nähe von Gottfried John gesucht hat. Wobei es da nicht um ein Foto ging, sondern um James Bond.

Gottfried John, den Mann, der den Bond-Bösewicht General Arkady Ourumov in „Goldeneye“ gespielt hat, aus der Nähe betrachten zu können, ist für Strobel, der die Dialoge aus vielen Bond-Filmen auswendig kann, schon „ein Hammer“. Nicht nur für Strobel. Das Festival lebt vom Elan der Jungfilmer, aber im Gedrängel mal kurz Gottfried John oder seinen jüngeren Schauspielerkollegen Wotan Wilke Möhring „zu streifen“, für einen Augenblick zu berühren, sei „schon atemberaubend“, sagt eine Kinogängerin. Ein bisschen peinlich ist ihr das schon – also keinen Namen nennen.

Keine Zeit zum Bummel

Wotan Wilke Möhring ist von eben diesem Publikum begeistert. Er ist nicht das erste Mal auf dem Festival. Und wie immer habe er keine Zeit, sich die Stadt anzuschauen. Aber das sei auch nicht so wichtig. Saarbrücken sei für ihn das Festival, das Festival seien die Menschen, die da zusammenkommen. Und so lasse er sich im Strom dieser Menschen treiben, vom Kino in die Garage, wo der Festivalclub „Lolas Bistro“ gastiert – ganz in der Nähe der Sushi-Bar, in der man vielleicht Dani Levy treffen kann.

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