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Osmanen-Chef aus Homburg soll Auftrag zu Handgranaten-Anschlag erteilt haben

Im Sommer wurde vor einer Saarbrücker Shisha-Bar eine Handgranate gezündet. Foto: dpa/Dietze</p>

Im Sommer wurde vor einer Saarbrücker Shisha-Bar eine Handgranate gezündet. Foto: dpa/Dietze

Im Sommer hielten die türkische Rockergruppierung „ Osmanen Germania“ und ihre Rivalen aus dem Lager der kurdischen „Bahoz“ die Polizei in Saarbrücken tagelang in Atem. Höhepunkte der gewalttätigen Auseinandersetzungen waren ein Überfall und eine Schlägerei an der Dudo-Galerie in Saarbrücken- Dudweiler, bei der ein Schuss aus einer scharfen Waffe fiel, und ein anschließender Handgranaten-Anschlag auf einen angeblichen Bahoz-Treffpunkt in einer Shisha-Bar in der Alt-Saarbrücker Stengelstraße.

Mit großem Personalaufgebot griff die Polizei damals durch, bei Razzien kam es zu mehreren Festnahmen. Als sich die Lage beruhigt hatte, ging hinter den Kulissen die Arbeit für die Ermittlungsgruppe (EG) „Dudo“ erst richtig los. Bis zu 15 Fahnder aus den Dezernaten Organisierte Kriminalität (OK), Drogen und Staatsschutz suchten nach den Hintermännern des nächtlichen Sprengstoffanschlags in Alt-Saarbrücken, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde. Die Sonderermittler arbeiteten eng mit ihren Kollegen beim hessischen Landeskriminalamt zusammen, wo ebenfalls eine spezielle Einheit installiert wurde.

Ergebnis der länderübergreifenden Polizeiarbeit: Gestern Morgen wurden in sechs Bundesländern (Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Saarland) bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion im Rocker-Milieu 50 Wohnungen, Firmen und Büros durchsucht. Dabei waren nach ersten Angaben rund 1000 Polizisten im Einsatz.

Drei Haftbefehle , die bei dieser Gelegenheit vollstreckt wurden, betreffen unmittelbar den Handgranaten-Anschlag im Saarland. Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) stürmten in der Homburger Innenstadt gegen 7.30 Uhr die Wohnung des 28 Jahre alten Präsidenten der „ Osmanen Germania Saarland“. Ihm wurde ein Haftbefehl des Amtsgerichtes Saarbrücken präsentiert. Nach seiner Vorführung beim Haftrichter wurde er in die Justizvollzugsanstalt Zweibrücken eingeliefert. Der Mann mit Wurzeln im Kongo soll, da sind sich die Ermittler offenbar sicher, zwei 21-Jährige aus der rockerähnlichen Gruppierung mit Adressen in Dietzenbach (Hessen) beauftragt haben, die Handgranate vor dem Saarbrücker Shisha-Café zu zünden. Gegen die beiden Dietzenbacher, die vom rheinland-pfälzischen SEK in ihrer Wohnung überwältigt wurden, erging ebenfalls Haftbefehl. Sie wurden in die Gefängnisse nach Saarbrücken und Wittlich gebracht. Dem Mann aus Homburg wird Anstiftung zum versuchten Mord vorgeworfen, den beiden Tatverdächtigen jeweils versuchter Mord .

Innenminister Klaus Bouillon ( CDU ) lobte die erfolgreiche Aktion der Polizei : „Mit der Ermittlung und Verhaftung der mutmaßlichen Handgranatenattentäter ist es gelungen, die Strukturen der rockerähnlichen Gruppierung der , Osmanen Germania Saarland' zu zerschlagen. Wir haben deutlich gemacht, dass wir Organisierte Kriminalität im Saarland konsequent bekämpfen und unterbinden.“

Auf die Spur des Rockerchefs aus Homburg und seiner Gefolgsleute kamen die Ermittler nach Polizeiangaben durch „kriminaltaktische Maßnahmen“ und verdeckte Ermittlungen. Der angebliche Vize-Präsident der Osmanen von der Saar, der 39 Jahre alte Türke Y. aus Dudweiler, sitzt übrigens bereits seit Mitte August in Untersuchungshaft. Bei einer Razzia waren in einer Garage, auf die er Zugriff hatte, 2,6 Kilogramm Marihuana und 1,5 Kilogramm Amphetamine gefunden worden. Mengen, die in der Regel einige Jahre Haft bedeuten.

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