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Panoramablick auf Saarbrücker City

Kulturdezernent Erik Schrader  führte fünfmal Besuchergruppen über die steile Wendeltreppe auf den Rathausturm.

Kulturdezernent Erik Schrader führte fünfmal Besuchergruppen über die steile Wendeltreppe auf den Rathausturm.

Saarbrücken. „Der schlòòft heit Naacht gudd!“, mutmaßt eine Saarbrückerin, während sie die Wendeltreppe zum Rathausturm hinaufsteigt. 238 Stufen sind es bis ganz nach oben. Und Kulturdezernent Erik Schrader, der am Samstag zwischen 10 und 15 Uhr die öffentlichen Führungen auf den Turm übernimmt, absolviert den Aufstieg gleich fünfmal in Folge. Eine sportliche Leistung, die so mancher Teilnehmer mit einem anerkennenden Kommentar bedenkt, während der Kulturdezernent selbst sich mit Turnschuhen für den „Sondereinsatz“ gewappnet hat.

"Der Blick von oben eröffnet eine ganz neue Perspektive"

Auch der ehemalige Saarbrücker Oberbürgermeister Hans-Jürgen Koebnick und seine Frau nehmen an der Führung teil und halten von oben nach ihrem Haus Ausschau. „Der Blick von oben eröffnet eine ganz neue Perspektive. Solche Führungen müsste man regelmäßig anbieten“, meint Hans-Jürgen Koebnick. Auch für ihn ist der Panoramablick aus 54 Metern Höhe eine Premiere: „Während meiner Amtszeit war der Turm gesperrt“, erzählt Koebnick. Erst nachdem der Rathausturm in den 1990er- Jahren restauriert worden war, war der Turm wieder begehbar.

Koebnicks Nachfolger Hajo Hoffmann, in dessen Amtszeit die Restaurierung des Turmes fiel, ließ bei dieser Gelegenheit in einem der obersten Turmgeschosse ein „Bürgermeisterzimmer“ für Gespräche mit besonderen Gästen einrichten.

Auch in diesen außergewöhnlichen Raum darf man bei der Führung einen Blick werfen: Eine runde, verglaste Öffnung in der Decke des Bürgermeisterzimmers und der darüber liegenden Räume ermöglicht Einblicke von Etage zu Etage. „Vermutlich wurde durch diesen Schacht das Material nach oben transportiert“, meint Erik Schrader. Auf jeder Station der rund 45-minütigen Führung erfahren die Teilnehmer etwas über die Geschichte und die baulichen Besonderheiten des Rathauses St. Johann: „Die Tatsache, dass die St. Johanner mit Georg Josef von Hauberrisser einen der bekanntesten Architekten seiner Zeit beauftragten, ist Ausdruck des Selbstbewusstseins der St. Johanner Bürgerschaft“, erklärt Schrader. Durch die Größe und die prächtige Ausstattung des in neogotischem Stil gebauten Rathauses habe man zugleich auch die Alt-Saarbrücker überbieten wollen.

1897 war Grundsteinlegung

Gebaut wurde das Rathaus in Rekordzeit: 1896 begannen die Planungen, 1897 war Grundsteinlegung, 1900 war der Bau fertig. In den 1920er-Jahren wurde das Rathaus zum ersten Mal erweitert, weitere Anbauten folgten in den späteren 20er- und 30er-Jahren, bis der Verwaltungssitz mit dem Anbau des Rathaus-Carrées in den 1990ern sein heutiges Gesicht erhielt.

Touristisch spielt das Rathaus St. Johann bislang kaum eine Rolle – sieht man von repräsentativen Veranstaltungen mit Gästen im Rathausfestsaal einmal ab. Doch das Interesse der Bevölkerung ist offenbar groß: „Die Führungen waren innerhalb von 72 Stunden ausgebucht“, berichtet Erik Schrader, der im kommenden Frühjahr erneut in die Rolle des Turmführers schlüpfen will.

Die Stadt suche derzeit Möglichkeiten, regelmäßig Besichtigungen des Rathausturms für Einheimische und Touristen anzubieten. Dazu würden Gespräche mit dem Verein Geographie ohne Grenzen und Kontour geführt. Steigen diese als Partner ein, müssen die brandschutztechnischen Voraussetzungen für regelmäßige Führungen geschaffen werden. „Der Turm muss an die Brandschutzanlage des Rathauses angeschlossen werden“, erklärt Erik Schrader. Diese und weitere Sicherheitsmaßnahmen würden 30 000 bis 50 000 Euro kosten. „Vom Land könnten wir dafür einen Zuschuss von bis zu 75 Prozent bekommen, wenn wir nachweisen, dass die Turmführungen dazu beitragen, den Tourismus nachhaltig zu fördern“, sagt Schrader.

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