A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern Zwischen AS Homburg und AS Waldmohr Unfall, Standstreifen blockiert (13:18)

A6

Priorität: Normal

14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Parkplatz-Streit in der Mainzer Straße geht weiter

Saarbrücken. Ein neues, flexibleres Parkkonzept für Teile der Innenstadt? Nein, das wird es nicht geben. Das hat die Stadtverwaltung am Freitagnachmittag unmissverständlich klar gemacht. Ein von der Interessengemeinschaft (IG) Quartier Mainzer Straße erarbeitetes Konzept will sie nicht einmal ausprobieren.

Die IG will das jetzige Bewohner- und Besucherparkkonzept umkehren. Zurzeit haben Bewohner, was das Parken angeht, zwischen 8 und 20 Uhr Vorrang in ihrem Wohngebiet. „Dummerweise“, sagt IG-Sprecherin Andrea Dumont, „sind viele der Bewohner über Tag nicht im Quartier und benötigen deshalb keinen Parkplatz. Kommen sie dann nach Feierabend wieder in ihr Viertel, ist es so gut wie unmöglich, einen Platz zu finden. Andererseits suchen Kunden und Gäste ständig verzweifelt erlaubte Stellplätze.“

Ihr Vorschlag: Von 8 Uhr bis 20 Uhr dürfen im Quartier alle überall parken – entweder mit Anwohnerparkausweis kostenlos oder mit Parkschein aus dem Automaten. Ab 20 Uhr können nur noch Anwohner überall parken, Besucher lediglich auf den für Sie gekennzeichneten Flächen gegen Gebühr. Geschäfte sollten die Möglichkeit zum Be- und Entladen bekommen.
Die Stadtrats-Grünen finden, dass diese Idee es wert ist, getestet zu werden. Vom „Experimentierfeld“ Mainzer Straße könnten dann andere Stadtquartiere profitieren.  „Ohne einen einzigen Parkplatz mehr zu schaffen, könnte sich die Parkplatzsuche für alle entspannen“, sagt der Stadtverordnete Guido Vogel-Latz.

Das Gegenteil sei der Fall, sagt der oberste städtische Verkehrsplaner, Christof Kreis. In der Hoffnung wegen der neuen Regelung einen legalen Parkplatz zu finden, werden mehr Autofahrer das Quartier ansteuern – ohne dass dort mehr Parkplätze seien. Weil das absehbar sei, lohne sich das Experiment, das nur Geld koste, also nicht. Das jetzige System sei nicht perfekt, aber das beste, das es aus Expertensicht gebe. Man wolle mit den Bürgern aber gerne bei der Erarbeitung des neuen Verkehrsentwicklungsplans übers Parken reden.

Der IG reicht das nicht. Man werde „ständig vertröstet oder abgewimmelt“, sagt deren Organisationsleiter Wolfgang Graul. Deshalb startet die IG bei ihren Hoffesten an diesem Sonntag eine Unterschriftenaktion. Der städtische Rechtsdezernent Jürgen Wohlfarth dämpfte gestern die Erwartungen in solche Aktionen. Selbst wenn der Stadtrat mehrheitlich für das Experiment wäre, müsse die Stadtverwaltung es nicht in die Wege leiten. Das sei von Rechts wegen alleine Sache der Oberbürgermeisterin.

Meinung
Wenn Bürger selbst denken
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen


Diskutieren sollen wir Bürger sie also, die Parkplatzproblematik – mit all den anderen Dingen, die im Verkehrsentwicklungsplan geregelt werden sollen. So will es die Stadtverwaltung. Etwas unschöner formuliert heißt das: „Klappe halten, liebe Bürger, wir sind die Experten und wollen doch eh nur Euer Bestes.“
Dumm für die Verwaltung, dass Bürger, wie die im Quartier Mainzer Straße, nicht nur diskutieren, sondern auch denken. Was dabei in Sachen Parken rausgekommen ist, hört sich nicht verkehrt an. Das Experiment, das die Initiative vorschlägt, muss nicht zwingend alle Probleme lösen, aber man sollte es versuchen.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein