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Pavillon-U-Ausschuss: Ingenieurbüro weist Verdacht zurück

(Archivbild)

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Die Hauptzeugin war am Ende sehr, sehr blass. Stefanie Schwarz (49) wollte die Verteidigung ihres mit imageschädigenden Vorwürfen konfrontierten Arbeitgebers, des Saarbrücker Bauingenieurbüros WPW, antreten. Doch nach dreieinhalb Stunden Vernehmung im Untersuchungsausschuss zum Vierten Pavillon schien sie stehend k.o. Eine Zeugenbefragung? Schwarz hatte einen Ringkampf mit verbalen Tiefschlägen und Schwitzkasten-Griffen hinter sich; dafür sorgte insbesondere Grünen-Chef Hubert Ulrich.

Der andere wichtige Befragte, Gregor Lehnert (60), spazierte dagegen souverän durch. Mit munter geröteten Wangen zerpflückte der Chef einer Sulzbacher Unternehmensgruppe für Sicherheit, zugleich Präsident der deutschen Sicherheitswirtschaft, den WPWAbschlussbericht. „Nonsens“ nannte er manches, nicht nachvollziehbar fast alles, was WPW seiner Firma zur Last legte. „Entweder hat WPW unsere Unterlagen nicht gelesen oder hat sie nicht verstanden“, sagte Lehnert. Seine Firma ist mittlerweile wieder beim Pavillonprojekt dabei. Also doch nicht dilettantisch? Was genau war falsch an Lehnerts Planungen?

Auf konkrete Fragen dieser Art blieb die WPW-Verantwortliche Schwarz Aussagen schuldig. Schwarz wiederholte mehrfach: „Die Verdächtigungen eines bestellten Gutachtens sind haltlos.“ WPW habe 2011 ein Vertrags- und Missmanagement-„ Chaos“ vorgefunden. Im letzten Ausschuss hatten Licht-, Brandschutz- und Energie-Experten jedoch das Gegenteil ausgesagt: Den von WPW festgestellten Pfusch am Bau habe es nicht gegeben. Schwarz hielt gestern dagegen, nicht Einzelbeanstandungen beim Hochwasserschutz oder bei den Aufzügen hätten zur Empfehlung eines Auftragsvergabe- Stopps geführt, sondern das „Gesamtbild“ – laut Schwarz ein „Konglomerat“ an bösen Überraschungen, Ungereimtheiten und Planungslücken. „Wir waren erschüttert“, so Schwarz wörtlich. Jedes einzelne Detail der im Mai 2011 angeblich vorgefundenen Problemfelder, die das Team Marx/ Melcher hinterlassen haben soll, listete die WPW-Verteidigerin in einer 70-minütigen Akten-Verlesung auf. Eine Fleißarbeit, mit der sie das von ihr selbst formulierte Ziel nicht erreichte, „die Sichtweise der Abgeordneten wesentlich zu verändern“.

„Wir haben keine einzige klare Antwort bekommen“, resümierte Heinz Bierbaum (Linke) und kritisierte Schwarz’ Aussage als „ausweichend“, ja als „geschwätzig“. Auch Michael Neyses (Piraten) sah sich bestätigt, dass es nicht etwa einen Katastrophenbau gegeben habe, sondern ein „Pfuschgutachten“. Und Hubert Ulrich (Grüne) meinte: „Das war eine Beschäftigungstherapie für den Ausschuss und der Versuch, ihn in die Irre zu führen.“ Eine Geduldsprobe ohne Ertrag sei das gewesen, bilanzierten die heute für den Weiterbau zuständigen Parteien CDU und SPD. Fortsetzung folgt. Schwarz ist noch einmal geladen. „Wir müssen uns zur Wahrheit durchbeißen“, so Ulrich. Bis dahin gilt seine eigene Theorie zur Frage, wem das „bestellte“ Bau-Desaster überhaupt genutzt habe? Ulrich: „Kurz vor der Ministerpräsidentinnenwahl entdeckte man eine Finanzierungslücke von drei Millionen und brauchte ein Ablenkungsmanöver.“ Was zu beweisen wäre.
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