L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Personal an Ganztagsschulen: Entlassungen befürchtet

Von SZ-Redaktionsmitglied Florian Rech

Saarbrücken. Das neue Förderprogramm zur Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) im Saarland könnte für einige Träger der Nachmittagsbetreuung zur Belastungsprobe werden. Ab dem kommenden Schuljahr wird an den FGTS einige Änderungen geben (wir berichteten). Zukünftig soll an diesen Schulen eine kostenlose, kurze Nachmittagsbetreuung bis 15 Uhr und eine kostenpflichtige, lange Betreuung bis mindestens 17 Uhr angeboten werden. Ein Elternbeitrag von 40 bis 60 Euro im Monat wird fällig.

In einigen Regionen im Saarland scheint sich die Mehrheit der Eltern für das kurze, kostenlose Betreuungsangebot zu entscheiden. Für die Träger problematisch: Entscheiden sich viele Eltern ihre Kinder nur bis 15 Uhr betreuen zu lassen, haben die angestellten Erzieher und Sozialpädagogen weniger zu tun. Ihre Arbeitszeit verringert sich so von fünf auf drei Stunden am Tag. Ihre Löhne werden gekürzt.

„Die zur Verfügung stehende Arbeitszeit wäre derartig gering, dass sie für ausgebildete Fachkräfte unattraktiv ist,“ erklärt Pfarrer Udo Blank, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Saarland. „Da zur Zeit Erzieher und Pädagogen überall dringend gesucht werden, wird es, wenn sich viele Eltern für das kurze Angebot entscheiden, zu einer Abwanderung von Fachpersonal kommen“, so Blank weiter. Die Qualität der Nachmittagsbetreuung würde unter diesem Problem leiden. Wie groß die Probleme der Träger sein werden, ist noch nicht abzusehen, da Eltern sich noch bis zum 15. April für eines der beiden Betreuungsangebote entscheiden können. Doch vor allem das Personal kleinerer Träger könnte von Stundenkürzung, Vertragsänderungen oder gar Kündigung bedroht werden.

Besonders schlimm scheint es einen Träger im Regionalverband Saarbrücken zu treffen, der unerkannt bleiben möchte. „Wir werden durch das neue Förderprogramm die Hälfte unserer Erzieherstellen streichen müssen,“ erzählt ein Sprecher des Trägers. „Den Erziehern in den kurzen Gruppen werden wir nur noch 399 Euro zahlen können“, so der Sprecher weiter. Auf mehreren Elternabenden hat der Träger die Eltern zu ihrem Betreuungsbedarf befragt. Zwar käme an allen Schulen eine Betreuung bis 17 Uhr zustande, die meisten Eltern würden sich allerdings für die kurze Betreuung entscheiden.

„Wenn das Fachpersonal wegfällt, wird die Qualität der Betreuung leiden“, klagt eine Elternsprecherin einer betroffenen Schule. „Viele für die Kinder gewohnten Gesichter werden verschwinden, von Kontinuität keine Spur. Betreuer, die zum Beispiel speziell auf die Krankheiten der Kinder geschult wurden, müssen gehen.“

Das saarländische Bildungsministerium will derzeit noch keine konkreten Aussagen über das Anmeldeverhalten der Eltern und mögliche Konsequenzen für die Träger machen. „Erste seriöse Einschätzungen zur Gesamtsituation im Land sind frühestens Mitte, Ende April möglich,“ teilte ein Sprecher mit. Einige Sorgen der Träger seien aber bereits berücksichtigt worden.Unter anderem wurde die Fördersumme für Gruppen im kurzen Angebot um 1300 Euro auf 17.300 Euro im Schuljahr erhöht. Im November 2010 hätte man in einer repräsentativen Befragung der Eltern bezüglich ihres Betreuungsbedarfs festgestellt, dass die Mehrzahl der Eltern eine Betreuung bis mindestens 16.30 Uhr wünsche. Damals war von einer kostenpflichtigen Betreuung allerdings noch keine Rede.
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