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Pfalz will Saarländer zum Einkaufen locken

Mehrere größere Einzelhändler in der Westpfalz wollen sonntags häufiger öffnen und mehr Saarländer locken. Darüber hinaus wird das Designer-Outlet-Center (DOZ) erneut ausgebaut.

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Zweibrücken/Saarbrücken. Das Zweibrücker Designer-Outlet-Center (DOZ) weitet seine Verkaufsfläche erneut aus. Bis Weihnachten 2010 soll die Zahl der Shops um 30 auf dann 130 steigen. Die Bauarbeiten beginnen Anfang 2010. „Wir wollen die genehmigten 21.000 Quadratmeter Baufläche komplett nutzen. Bisher sind 18.200 Quadratmeter gefüllt“, berichtet Juan Marcos Gabas-Coccoluto, der Leiter des Outlet-Centers. Alleine 2008 seien 1,8 Millionen Besucher aus einem Umkreis von 200 Kilometern gekommen. Der Umsatz betrug 83,5 Millionen Euro, soll 2009 nochmals steigen. 25 Prozent der Kunden kommen jetzt schon aus dem Saarland. Die Center-Leitung setzt auch hier auf eine Zunahme, hat insbesondere sehr gute Erfahrungen mit der vom Land Rheinland-Pfalz genehmigten Öffnung an zwölf Sonntagen gemacht. Zudem prüft das DOZ, auch an Werktagen abends länger zu öffnen. Rheinland-Pfalz hat dem DOZ die zwölf Sonntage gewährt, weil es zum unmittelbaren Einzugsgebiet und zur Infrastruktur des Flughafens Zweibrücken zähle. Passagiere sollen sich mit bestimmten Waren versorgen können.

Andere Einzelhändler im Umfeld dürfen nur vier Sonntage im Jahr öffnen, würden dieses Angebot aber auch gerne ausweiten. „Wir leben von der Region Saarland. Rund 50 Prozent unserer Kunden kommen von dort“, betont Claus Wagner, Marktleiter des Globus-Baumarktes in Zweibrücken. „Die Stadt Zweibrücken gibt uns vor, an welchen Sonntagen geöffnet werden darf. Wir würden selbstverständlich gerne häufiger sonntags öffnen“, so Wagner. An der erlaubten Werktagsöffnung bis 22 Uhr hat Wagner nichts zu beanstanden.

„Weniger reglementieren“

Auch Dieter Heidmann, Gesamtverkaufsleiter von Möbel Martin, fordert mehr Sonntagsöffnungen. „Man soll das nicht so stark reglementieren.“ Einzelhändler dürften nicht gegenüber dem DOZ benachteiligt werden. Die meisten Kunden kämen am Wochenende mit Familie. Es gehe um Anschaffungen zwischen 5000 und 20.000 Euro. Globus wie Möbel Martin fordern von der Stadt Zweibrücken mehr Kreativität und mehr Aktionen, um längere Öffnungszeiten attraktiv zu machen. Annette Hübschen vom Stadtmarketing betont, es sei schon schwer, Kernöffungszeiten durchzusetzen. Sonntags kämen viele DOZ-Kunden auch in die Innenstadt, räumt Hübschen ein. Sie würde gerne ganz Zweibrücken zu einer „Outlet-Stadt“ machen. Mario Facco, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sieht derzeit keinen Bedarf an mehr Ladenöffnung. Der Stadt fehle das Alleinstellungsmerkmal, um deutlich mehr Kunden zu locken. Hanno Scherer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Einzelhandel Rheinland-Pfalz, setzt darauf, dass das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe 2010 gegen weitere Sonntagsöffnungen entscheidet. Christoph Kleer vom Landesverband Einzelhandel und Dienstleistung Saar verweist auf eine Umfrage, nach der saarländische Einzelhändler keinen Bedarf an mehr Sonntagsöffnung sehen. Sollte das Saar-Ladenschluss-Gesetz geändert werden, plädiert Kleer für die komplette Freigabe der Öffnung an Werktagen. Unterdessen will Rheinland-Pfalz keine Ausweitung der Öffnungszeiten genehmigen, so Beate Fasbender-Döring, Pressesprecherin im Arbeitsministerium.



Saar-Parteien sehen keinen Bedarf an anderen Öffnungszeiten


Nur FDP will längere Ladenöffnung

Saarbrücken. Die saarländischen Parteien wollen, mit Ausnahme der FDP, keine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten in der Region. Dies wurde auf einer Podiumsdiskussion deutlich mit Anja Wagner-Scheid (CDU), Ulrich Commercon (SPD), Roland König (FDP), Hubert Ulrich (Grüne) und Rolf Linsler (Linke). Eingeladen zum Meinungsaustausch hatte die kirchliche und gesellschaftliche Initiative Allianz für den freien Sonntag. Roland König (FDP) forderte, dass jeder Unternehmer zumindest die Möglichkeit haben sollte, sein Geschäft dann zu öffnen, wenn er einen Bedarf sieht. Nach Ansicht der CDU sind die Laden-Öffnungszeiten an der Saar jetzt schon weit gefasst. Es gebe genug Möglichkeiten zum Einkauf. „Sonn- und Feiertage sollten tabu bleiben“, bekräftigte Wagner-Scheidund betonte, dass dieser Punkt auch in einer Koalition mit der FDP „nicht verhandelbar“ sei. „Für die SPD ist klar, dass es in keiner Weise eine Ausweitung geben wird“, bestätigte auch Ulrich Commercon. „Wir denken nicht einmal daran, etwas an dem Ladenschlussgesetz zu ändern“, so Rolf Linsler (Die Linke). „Wir wollen keine Erweiterung, sondern Differenzierung“, betonte Hubert Ulrich. Verkürzte Öffnungszeiten in großen Einkaufszentren sollen der Verödung der Innenstädte entgegenwirken.Er warnte auch vor einer Falle für die kleinen Unternehmen: „Wenn eine Ausweitung kommt, werden Einzelne ihre Läden öffnen, aber sicher nicht freiwillig!“

Stefanie Nutzenberger von ver.di Saar wies darauf hin, dass das Gesetz im Saarland rund 50 Sonntagsöffnungen ermöglicht. Sie forderte, das Gesetz im Grundsatz zu erhalten, aber keine weiteren Lockerungen mehr zuzulassen und es auch zu kontrollieren. nic



Meinung


An der Saar länger öffnen

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Es ist nicht der Einzelhändler, sondern der Kunde, der entscheidet, wo und wann er einkauft. Er geht dahin, wo er die beste Qualität, die beste Beratung und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt. Die Debatte über den Ladenschluss sieht zu wenig die Interessen der Kunden. Außerdem trotzen nicht gerade viele Geschäfte durch Einfallsreichtum, um mehr Kunden zu locken. Wo bleibt die Kreativität? Zumal immer mehr Menschen abends länger arbeiten. Politiker, die über Ladenschluss-Gesetze diskutieren, sind zeitlich meist flexibler als Otto Normalverbraucher. Fazit: Ladenöffnung an der Saar werktags freigeben, sonntags vorerst nicht ausweiten. Außer, es fahren immer mehr Saarländer zum Einkauf in die Pfalz.
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