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Pferdeflüstern in Saarbrücken

Treffen mit Monty Roberts: Der große Pferdeflüsterer ist kein bisschen eitel und abgehoben. Leise und zurückhaltend erzählte er vor seiner Deutschland Tournee in einem Saarbrücker Hotel von seinem Leben.

Saarbrücken. Kein lautes Wort fällt in diesen 60 Minuten. Seine Stimme ist sanft und ein bisschen spitzbübisch. Sein Blick ist milde, taxiert, ohne zu durchbohren. Ihm etwas zu verbergen scheint unmöglich. Zum Abschied macht der 73-jährige Weltstar winke, winke – unprätentiös wie ein Kind.

Kommunikation mit Monty Roberts. Dem Mann, der seit mehr als 50 Jahren die Sprache der Pferde versteht und „spricht“. Er lebt in Kalifornien, arbeitete als Stuntman für Elizabeth Taylor, Rodeo-Reiter, Züchter, Trainer der Pferde von Queen Elizabeth II und avancierte zum Bestsellerautor. Sein Buch „Der mit den Pferden spricht“ wurde in 17 Sprachen übersetzt. Seine Arbeit diente als Inspiration für den Film „Der Pferdeflüsterer“.

Mehr als 10.000 Pferde hat Monty Roberts bis heute gezähmt und trainiert. Ohne Peitsche, ohne Schläge, ohne Augenbinde und ohne die Pferde zu brechen – eine Revolution.

Wie Gewalt funktioniert und was sie bewirkt, hat Roberts als Sohn eines Pferdetrainers selbst erfahren: „Mein Vater hat mir bis zu meinem zwölften Lebensjahr 71 Knochen gebrochen. Genauso brutal ging er mit den Pferden um“, sagt er nüchtern. „Ich hätte ihn am liebsten umgebracht.“ Als 13-Jähriger flüchtet Monty voll Wut und Hass nach Nevada. Dort beobachtet er wilde Mustangs. Senken des Kopfes, Ohrenspiel, Schlecken und Kauen: Bis ins Detail entschlüsselt er die Botschaften der Herdentiere, die stets zwischen Flucht, Annäherung und Unterordnung wechseln. Bis er lernt, den Tieren zu antworten – und zu einer Art Leittier wird. Auch in seinen Shows in riesigen Stadien, in deren Mittelpunkt das vermarktete Zähmen von „Problem-Pferden“ steht.

Kritiker werfen Roberts seit Jahren vor, er würde die Pferde des schnellen Effekts willen dabei zwar nicht mit Gewalt, aber mit psychischem Druck überfordern. „Vielleicht kann ich diesen Menschen schon bald zeigen, dass ihre Meinung über mich falsch ist“, sagt Roberts. Ein anerkanntes Forscherteam sei nämlich gerade dabei, seine Methoden wissenschaftlich zu begleiten und bereits in den ersten Tagen habe es erstaunliche Ergebnisse gegeben. Vor allem die Pulswerte der Pferde während der Arbeit ließen darauf schließen, dass die Tiere sich bei der Arbeit mit ihm wohler fühlten als mit traditionellen Trainern.

Bis die Ergebnisse der Wissenschaft vielleicht seine Kritiker verstummen lassen, trägt Monty Roberts unbeirrt sein Verhaltenskonzept weiter. Er hat es auf den Menschen übertragen und missioniert nun in amerikanischen und australischen Schulen und Unternehmen – von VW bis Disney, AT&T oder IBM. „Ich liebe es, zu erziehen“, sprudelt es aus ihm heraus, „wer gut erziehen will, muss authentisch sein, vorhersehbar, vertrauenswürdig. Das gilt bei Pferden wie bei Menschen.“

Das Verstehen von Verhalten – es scheint für Monty Roberts eine Art innere Läuterung. „Heute hasse ich meinen Vater nicht mehr“, sagt er, „heute weiß ich, dass er mich so brutal erzogen hat, weil er selbst so erzogen wurde“. Die große und zerstörerische Wut des Monty Roberts ist in etwas Sanftem gemündet.

Am 19. April ist Monty Roberts mit seiner „Die Sprache der Pferde – Tournee 2009“ in der Saarbrücker Saarlandhalle zu Gast. Abonnenten der SZ erhalten mit ihrer SZ-Card einen Bonus in Höhe von 20 Prozent auf den Ticketgrundpreis. Tickets unter (0180) 528 01 33. Für die Show werden auch noch so genannte Problem-Pferde gesucht. Kontakt: info@montyroberts.nl



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