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Pflücken erlaubt: In Völklingen wachsen bald Zucchini und Kohlrabi

Mit Hacken und Spaten werkelt ein Dutzend Frauen und Männer am Dienstag auf dem Platz Ars-sur-Moselle. Die Stadtgärtner können es nicht sein – die sind seit dem frühen Morgen im Streik. Wer arbeitet dann im Grünen? Wer entfernt hier verwilderte Pflanzen, jätet das Unkraut um Rinnen und Baumscheiben? Bürgerarbeiter sind es: das Team, das unter Anleitung des Burbacher Zentrums für Bildung und Beruf (ZBB) seit vorigem Jahr den einstigen Ökogarten der Volkshochschule, jetzt „Bürgergarten“ genannt, in Fürstenhausen betreut. Unter dem Motto „Wir bringen den Garten in die Stadt“ startet das ZBB nun auch in der City ein Projekt. In öffentlichen Grünflächen sollen bald Gemüse, Wildkräuter, Beeren wachsen, die später geerntet werden dürfen – von jedem, der Appetit hat. Vorbild ist die Stadt Andernach, die bereits 2010 anfing, statt Zierpflanzen Nutzpflanzen anzubauen

„Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“ heißt ihr Motto, mit dem sie regionales Gemüse wieder in die Heimat bringen will. Und das auf umweltschonende Weise – auch in Völklingen: Ellen Philipp, Diplom-Pädagogin und Anleiterin im Bürgergarten, erklärt, dass sie auf Kunstdünger und Chemie verzichten wollen. Angebaut werden soll, was im traditionellen Garten wächst: etwa Gurken, Salate, Kohlrabi und Zucchini, aber auch Heil- und Würzkräuter. Die Pflanzen müssen pflegeleicht sein.

„Wir wollen die Beete auch schön bunt bepflanzen“, sagt Philipp: So sei bunter Mangold „für das Auge“ geplant. Es soll auch Beerensträucher geben. Und Teekräuter, etwa Zitronenmelisse und Minze. Damit alles schön gedeiht, will das ZBB die Baumscheiben auf dem Platz mit Komposterde auffüllen, die die Stadtgärtnerei zur Verfügung stellt. 15 Bürgerarbeiter, vom Jobcenter vermittelt, arbeiten mit dem ZBB an dem Projekt. Einige von ihnen sind schon seit Juli 2013 dabei, sehr selbstständig und mit Begeisterung, wie Philipp betont. Auch die Einführung der Neuen übernimmt die Gruppe selbst.

„Es ist schön, in der Gemeinschaft zu arbeiten, neue Leute kennen zu lernen und neue Erfahrung zu sammeln“, sagt Sabine Wieser, eine der Teilnehmenden; so mache das Arbeiten Spaß. „Auch wegen der frischen Luft“, ergänzt Angelika Klein. Natürlich besteht die Sorge, dass Pflanzen verkümmern oder herausgerissen werden. „Vandalismus war bei uns ganz groß in der Diskussion“, sagt Philipp. Doch sie vergleicht mit dem Saarbrücker Parallel-Projekt: „Da ist kein Vandalismus.“ Sie hofft darauf, dass die Leute nichts kaputt machen, wenn sie wissen, dass das Angebot auch für sie selbst ist und sie sich dort bedienen dürfen. Das ZBB kooperiert übrigens mit dem Langzeit-Projekt „Völklingen lebt gesund“ der Volkshochschule, ist doch gesunde Ernährung das Thema des Gartens.


HINTERGRUND

Der Bürgergarten existiert bereits seit knapp 30 Jahren. Als „Ökogarten“ diente er lange Zeit der Volkshochschule als Übungswiese für Gartenbau- Kurse, drohte aber nach und nach zu verwildern. Seit Juli 2013 werkeln unter der Obhut des Zentrums für Bildung und Beruf nun Ein-Euro- Jobber als so genannte Bürgerarbeiter in Fürstenhausen. Allerdings läuft die Förderung der Bürgerarbeit durch den Bund Ende Juni aus. leis


AUF EINEN BLICK

Das Projekt „Wir bringen den Garten in die Stadt“ ist nicht das erste seiner Art. Seit 2010 wächst Gemüse in Andernachs städtischen Grünanlagen, und auch in Saarbrücken gedeiht allerlei unter dem Motto „Essbare Stadt“. Der Bürgergarten plant, vor Ort ein Plakat aufzubauen, das auf das Projekt aufmerksam macht. Außerdem will man Handzettel an die Anwohner verteilen, um diese für die Beete zu sensibilisieren. leis
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