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Pfusch-Vorwürfe: Insolvenzverwalter der Baufirma meldet Zweifel an

Die Treppenstufen der Freitreppe an der Berliner Promenade sind offenbar nicht fest verankert worden.

Die Treppenstufen der Freitreppe an der Berliner Promenade sind offenbar nicht fest verankert worden.

Während Guiseppe M. (37), Ex-Chef einer Völklinger Baufirma, in Untersuchungshaft auf seinen Prozess wegen einer Serie von Diebstählen und Korruptionsvorwürfen wartet, ist der St. Ingberter Rechtsanwalt Franz Abel als Insolvenzverwalter des Betriebes um Schadensbegrenzung für die Gläubiger bemüht. Abel meldete sich gestern zu Wort, nachdem massive Vorwürfe laut wurden, das Unternehmen habe an zwei Großbaustellen (Uferpromenade Saarbrücken und Klinikneubau Homburg) Pfusch abgeliefert. Gutachter hatten – wie berichtet – unter anderem die Freitreppe am Saarbrücker Saarufer und Betonarbeiten am Rohbau der Homburger Klinik für Innere Medizin beanstandet.

Abel betont, er billige das Verhalten des Firmenchefs keineswegs. Dieser werde „seine gerechte Strafe erhalten“. Schon deshalb könne es für den Betrieb keine Zukunft geben. Die Firma werde abgewickelt.

Zu den Vorwürfen, bei den öffentlichen Großaufträgen sei im großen Stil gepfuscht worden, meldet Abel aber als „neutraler Verwalter“ Zweifel an und stellt die Frage: Wo waren denn die Kontrolleure, als die Firma den Pfusch produziert hat? Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung: „Beide Baumaßnahmen wurden jeweils durch mindestens zehn Personen, Statiker, Prüfstatiker, Architekten, Projektsteuerer sowie die . . . zuständigen eigenen Mitarbeiter der Auftraggeber überwacht, und zwar täglich, teilweise sogar stundenweise.“ Eher unwahrscheinlich erscheine, dass alle Kontrolleure weggeschaut haben könnten, weil sie Geld oder sonstige Vorteile erhalten hätten. Immerhin existierten Ordner mit Protokollen und Dokumentationen der Baufortschritte.

Aus Sicht des Verwalters handelt es sich bei dem propagierten Pfusch „wahrscheinlich“ um bei solchen Projekten „üblicherweise festzustellende Mängel, die in der Regel mit vernünftigem Aufwand ohne weiteres beseitigt werden können“. In diesem Zusammenhang verweist Abel darauf, dass die Firma nach derzeitigem Stand aus beiden Baustellen noch offene Forderungen von über einer Million Euro habe. Derweil beabsichtigten die Auftraggeber offensichtlich, hinterlegte Bürgschaften in Höhe von 800 000 Euro (Homburg) und 100 000 Euro (Saarbrücken) zu ziehen. Als Verwalter sei er verpflichtet, so Abel, Geld für die Insolvenzmasse einzuziehen. Wenn die Bauherren Zahlungen verweigerten, würden Lieferanten und Subunternehmer als deren Gläubiger geschädigt. Würde nur ein Teil der offenen Gelder gezahlt, könnten die Gläubiger fast zu 100 Prozent befriedigt werden.

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