L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Philipp Daub verzaubert sein Publikum

Der Saarlouiser Philipp Daub macht ist als »Maxim Maurice« auf dem Weg zum echten Zauber-Profi. Das Geschäft ist hart, denn nur mit Zylinder und Kaninchen kommt heutzutage kein Zauberer mehr aus.

Der Saarlouiser Philipp Daub macht ist als »Maxim Maurice« auf dem Weg zum echten Zauber-Profi. Das Geschäft ist hart, denn nur mit Zylinder und Kaninchen kommt heutzutage kein Zauberer mehr aus.

Saarlouis. Seine Frisur ist so wie seine Sätze: akkurat. Keine Spur von saarländischem Akzent oder gar saarländischer Grammatik. Und doch: Philipp Daub stammt aus Saarlouis-Roden. Dort leben seine Eltern, dort wohnt er auch, wenn er nicht in Berlin ist. In der Landesvertretung des Saarlandes in den Ministergärten zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz macht Philipp Daub seit 2008 eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Ende Juni wird er sie abschließen.

Dies ist das eine Leben des 21-Jährigen. In seinem anderen Leben heißt er Maxim Maurice, trägt bevorzugt schwarz und macht den Menschen gerne etwas vor. Wie das zusammenpasst? Ganz ausgezeichnet. Mit acht Jahren hat Daub das Zaubern angefangen. Entfesselungskünstler Hans Moretti aus Dillingen hatte es ihm zunächst angetan. Den hat er erstmals gesehen bei einer Sportlerehrung seines älteren Bruders. Vor einem Jahr hat er ihn persönlich getroffen. Der Kontakt kam, wie Daub sagt, „nach saarländischer Methode“ zu Stande. „Über eine Tante, die einen kennt, der Moretti kennt.“

Doch bestimmt hätte er auch ohne die Vermittlung der Tante einen Termin beim Entfesselungskünstler bekommen, denn Daub ist kein unbekannter Zauberlehrling mehr. Im Oktober 2010 hat Daub sich in Saarbrücken für die Weltmeisterschaft der Zauberer qualifiziert. Sie wird im Juni in Leverkusen ausgetragen. Daub aber zögert noch. Soll er teilnehmen? Oder lieber warten, bis er noch besser ist? Die Entscheidung fällt wohl erst kurz vor der Meisterschaft. Er wird sie so wohlüberlegt treffen, wie er seine Karriere als Zauberer geplant hat.

Für den 27. April lädt Maxim Maurice zur Zauber-Gala ins Saarlouiser Theater am Ring ein – zum dritten Mal schon. Ingo Oschmann ist Stargast. Wie kommt man an den ran? „Ich habe ihn in Berlin getroffen und einfach angesprochen“, sagt Daub und lächelt. Den Preis, den er für Oschmanns Auftritt zahlen muss, will er nicht nennen. Er lächelt einfach weiter. Zauberer verraten halt keine Tricks. In Saarlouis wird Daub bei der Gala auch auf der Bühne stehen. In den vergangenen 13 Jahren hat er viel dafür getan, sich als Zauberer einen Namen zu machen. Er hat geübt, geübt, geübt. Seine Wettbewerbsnummern bespricht er mit Eberhard Riese ab. Der lebt in Stuttgart und führt bei Zaubershows Regie. Für die Saarlouiser Gala beschäftigt Daub eine Choreografin. Unbezahlt. Im Gegenzug, sagt er, moderiere er für sie Weihnachtsfeiern. Auftritte sind teuer, also spart er, wo es nur geht.

Schließlich sind ja auch die Tricks zu bezahlen. Mit Zylinder und Kaninchen kommt heutzutage kein Zauberer mehr aus. Requisitenbauer müssen ran. Für die Tricks brauche man Einzelanfertigungen, sagt Daub, die kosten von 5000 Euro an aufwärts. Und die Tricks müssen einstudiert werden. Mal übt er einen ganzen Tag, mal ein Wochenende. In Berlin nutzt Philip Daub zudem die Möglichkeit der offenen Bühnen. Dort können Künstler vor Publikum auftreten. Ein Auftritt dauert sieben Minuten, die Gage ist ein Getränk. Hauptsache, man kann seine Nummern ausprobieren.
Ausprobiert hat Daub schon einiges. So hat er ein Jahr lang im Jugendclub des Saarbrücker Kinder- und Jugendtheaters Überzwerg gespielt. „Das war super, denn ich war der Allerschlechteste“, kommentiert er grinsend seine Schauspielkunst, die am Ende des Jahres wohl gar nicht so schlecht war. 2006 hat er beim Musical „Hotel! Lobby 20.30“ in Neunkirchen die Rolle eines Zauberers übernommen. Neun Aufführungen vor jeweils 650 Menschen waren auch eine gute Übung. Zwei jungen Leute aus dem damaligen Tanzensemble sind ihm als Assistenten treu geblieben. Und zwei Zuschauer haben sich gemeldet, assistieren inzwischen ebenfalls. Michele Kasper, Andreas Grub, Selina Kirsten und Angela Biesel, im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, sind sein Team.
Auch für die Gala in Saarlouis. Dort wird er nicht das große Geld verdienen.

Wichtig ist es ihm, Erfahrung zu sammeln, bekannt zu werden. Alles Schritte zum Profi-Zauberer. Oder doch lieber Veranstaltungskaufmann. Philipp Daub hat sich noch nicht entschieden. Wenn er in Berlin mit der Ausbildung fertig ist, kommt er jedenfalls ins Saarland zurück, will sich hier in seinem Beruf bewerben. Als Maxim Maurice zaubert er derweil weiter: bei Hochzeiten, bei Firmenfesten, bei Jubiläen. Und wenn nicht in diesem Sommer, dann zu einem anderen Zeitpunkt bei der Deutschen Meisterschaft. Ziele hat er genügend. Ausdauer auch.
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