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Pilotprojekt: France Télécom will weitere Selbstmorde verhindern

Der Telekommunikationskonzern France Télécom will sein nach einer Selbstmordserie angeschlagenes Image aufpolieren: Das Unternehmen bietet Mitarbeitern in einem Pilotprojekt Massagen und Entspannungsmusik an.

Paris. Im Kampf gegen Stress am Arbeitsplatz setzt France Télécom auf Massagen, Duftöllampen und Entspannungsmusik. Der französische Telekommunikationskonzern will so verhindern, dass sich weitere Mitarbeiter das Leben nehmen. France Télécom wird seit zwei Jahren von einer Serie von Selbstmorden innerhalb der Belegschaft erschüttert. So nahmen sich seit Anfang 2008 insgesamt 48 Mitarbeiter des ehemaligen Staatskonzerns das Leben, davon allein 13 seit Beginn dieses Jahres. Arbeitnehmervertreter machen die massiven Restrukturierungen und den dadurch ausgelösten Druck auf die rund 100 000 französischen Mitarbeiter für die Selbstmorde verantwortlich.

France Télécom engagiere sich stark, um auf das Unbehagen der Belegschaft zu reagieren, sagte der Firmenchef Stéphane Richard im westfranzösischen Rennes bei der Einweihung eines neuen Call-Centers. Es soll wegweisend sein bei der Bekämpfung von Stress am Arbeitsplatz, denn die Mitarbeiter haben dort 40 Prozent mehr Platz. Zudem steht ihnen ein spezieller Entspannungsraum zur Verfügung, in dem sie sich auf Firmenkosten bei sanfter Musik und dem Duft ätherischer Öle massieren lassen können. Rennes könnte als Modell für den Umbau weiterer Standorte dienen.

Gewerkschaften: Rein kosmetische Initiative

Gewerkschaftsvertreter begrüßten zwar die Einrichtung des Entspannungsraums, kritisierten jedoch, dass es sich um eine rein kosmetische Initiative handele. „Es reicht nicht aus, die Wände neu zu streichen und einen Massageraum zu eröffnen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern“, meint Valérie Kerauffret von der Gewerkschaft CGT. „Wir stellen fest, dass der soziale Dialog und das Umfeld verbessert wurden“, sagt Dominique Leseigneur von der Gewerkschaft SUD. „Aber die Krise ist nicht vorbei, und es gibt weiter große Probleme, die noch nicht gelöst wurden – vor allem was die Arbeitszeiten betrifft.“

Die Verbesserung der Bedingungen am Arbeitsplatz sei nur ein Teil seines Reformprogramms, verteidigte sich Richard. Er unterzeichnete mit vier der wichtigsten Gewerkschaften ein Abkommen, das helfen soll, Stressfaktoren wie Arbeitsumfeld, Managementmethoden und Organisation der Abläufe zu verbessern.

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