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Pilz-Saison begonnen: Vorsicht vor giftigen Doppelgängern

Viele Pilzarten, die durchaus genießbar sind, haben gefährliche Doppelgänger. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Sammlung garantiert ohne Nebenwirkungen bleibt, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen.

Saarbrücken. Sie verfeinern Fleischgerichte, dienen als Beilage, sind in den Restaurants auf jeder Speisekarte zu finden: Werden Pilze richtig zubereitet, sind sie ein Genuss, vorausgesetzt, die richtigen Pilze landen in der Pfanne. Die Versuchung ist derzeit groß, mit einem kleinen Messer und einem Weidekorb bestückt, im Wald heimische Leckerbissen zu ergattern. Doch welche Pilze sind genießbar, welche giftig, wie lassen sie sich unterscheiden?

Nicht jeder Pilz, der wie ein Champignon aussieht, ist auch einer, ein Stockschwämmchen ähnelt einem Gifttäubling, verschiedene Ritterlinge sollten nicht mit einem Tigerritterling verwechselt werden. Gar nicht so einfach, den Weidenkorb zu füllen. Peter Barth aus Schwalbach-Elm ist Pilzsachverständiger und Mitglied bei den Pilzfreunden Saar-Pfalz. Seit über 20 Jahren befasst er sich mit der Mykologie, der Pilzkunde. Er erklärt, dass es im Saarland etwa 2600 Arten von Pilzen gibt, ungefähr 100 davon seien genießbar, 100 Sorten giftig und der große Rest ist zwar nicht giftig aber ungenießbar.

Giftige Doppelgänger
„Champignons sind alle essbar – diese Aussage ist leider falsch“, erklärt Barth. Die giftigen Knollenblätterpilze können einem Champignon ähneln.  Und so gibt es viele Arten, bei denen Verwechselungen nicht ausgeschlossen sind. Der Pfifferling hat den Ölbaumtrichterling als giftigen Doppelgänger, Morcheln die Frühjahrslorcheln. Das geschulte Auge erkennt den Unterschied, wer jedoch nicht sicher ist, ob seine Sammlung am Ende ein Kampf ums Überleben wird, sollte einen Fachmann fragen, lautet Barths dringender Rat an alle Sammler.

„Pilzvergiftung – genüsslich dargeboten“, mit dieser skurrilen Überschrift lädt das Klinikum Saarbrücken für Sonntag, 5. September, von 17 bis 20 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Casino des Klinikums ein. Professor Daniel Grandt und Dr. Andreas Langeheinecke referieren über Pilzvergiftungen und Behandlungsmöglichkeiten, außerdem gibt Harry Regin, Vorsitzender der Pilzfreunde Saar-Pfalz, Tipps, damit das Pilzsammeln nicht zur Risikosportart wird.

Welche Gerichte sich aus Pilze kredenzen lassen, verrät Sternekoch Jens Jakob aus Saarbrücken. In seinem Restaurant „Le Noir“ stehen die Klassiker auf der Speisekarte, wie Steinpilze, Champignons, Austernpilze, Pfifferlinge, Morcheln, Trüffel und Shiitakepilze. Seine Ware bezieht er über exklusive Lieferanten. In der Saison lässt er sich gerne auch Mal die Steinpilze von heimischen Sammlern anliefern, vorausgesetzt, die Qualität stimmt, sagt Jens Jakob.

Auf einen Blick

Die Pilzsaison hat begonnen und wer auf Suche geht, sollte Weidenkorb, Bürste und Messer, eine Lupe und ein Pilzfachbuch dabei haben, das rät Mykologe Peter Barth.  Pilze sollten nicht direkt am Wegrand gesammelt werden.

Wer unsicher ist, was er gesammelt hat, sollte seine Pilze von einem Sachverständigen prüfen lassen. Pilze sollten stets frisch sein, können maximal zwei Tage im Kühlschrank gelagert werden.

Eine Liste von Pilzsachverständigen ist unter anderem auch über die Homepage der Deutschen Gemeinschaft für Mykologie aufgeführt. Das Notruftelefon bei einer Vergiftung: 06841 19240. hth

www.dgfm-ev.de




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