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Pilze schießen in diesem Jahr schon früh aus dem Boden

Saarbrücken. Pilze brauchen Feuchtigkeit zum Wachsen. Das sehr durchwachsene Wetter der vergangenen Monate hat ideale Voraussetzungen geschaffen. Pilze sind jedoch nicht nur essbar oder giftig, sondern interessante Lebewesen mit wichtigen Funktionen in der Natur.

Was wir jetzt oberirdisch zu Gesicht bekommen, sind nur die vergänglichen Fruchtkörper. Unterirdisch durchzieht ein Geflecht aus feinen Fäden, das so genannte Myzel, den Boden. Dieses Myzel kann viele Jahre, im Extremfall sogar Jahrhunderte, alt werden und sich über große Flächen ausdehnen. Die Fruchtkörper dienen der Bildung und Verbreitung der winzigen Sporen, über die sich Pilze vermehren. Bei den Arten, die wohlgeformte Hüte bilden, befindet sich das Fruchtgewebe an deren Unterseite. Durch Lamellen, Poren, Röhren, Leisten oder Stacheln ist die Oberfläche stark vergrößert, so dass unzählige Sporen abgegeben werden können. Legt man einen Pilz mit der Unterseite auf ein Blatt Papier, zeichnet das Pulver der Sporen schon bald ein entsprechendes Abbild nach. So kann man beispielsweise ein Lamellenmuster auf dem Papier deutlich erkennen. Die Farbe der Sporen ist oft ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Bei einigen Arten wie den Bovisten oder Stäublingen reifen die Sporen im Inneren heran und werden bei Berührung herausgeschleudert. Die Stinkmorchel hingegen erscheint zunächst als „Hexenei“, das von einer weißen Hülle umgeben ist. Daraus wächst ein Stiel hervor, der oben ein Gebilde mit einer dunklen, klebrigen, stinkenden Sporenmasse trägt, die von Fliegen verbreitet wird.

Viele Pilze haben eine herausragende ökologische Bedeutung, weil sie eine Symbiose mit Bäumen eingehen. Ihr Myzel umspinnt die feinen Wurzelenden der Bäume und dringt zwischen deren Zellen ein. Der Pilz versorgt den Baum mit Wasser, Mineralstoffen, Stickstoff und Phosphat, was das Baumwachstum erheblich erleichtert. Andererseits liefert der Baum „seinem“ Pilz lebensnotwendige Kohlenhydrate. Diese Lebensgemeinschaft wird als Mykorrhiza bezeichnet. Sie kann sehr spezifisch sein: Goldröhrlinge etwa wachsen nur unter Lärchen. Andere Pilze leben parasitisch und können Bäume zum Absterben bringen, wieder andere sind darauf spezialisiert, totes Holz zu zersetzen.

Man sollte Pilze vorsichtig und maßvoll sammeln, und zwar nur die, die man genau kennt. Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz beispielsweise enthält rund 10 giftige Verbindungen. Pilze mit Lamellen erfordern immer eine exakte Kenntnis – etwas einfacher ist es mit Röhrlingen wie dem Steinpilz. Ein leichter Hauch von Rosa auf den Röhren verrät aber den Gallenröhrling, der jedes Pilzgericht völlig ungenießbar macht. Weil Pilze Schadstoffe anreichern können – Maronen etwa weisen seit Tschernobyl in einigen Regionen erhöhte Caesium-Werte auf – wird generell von häufigem Pilzgenuss abgeraten.
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