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"Piranja-Cola"-Macher können inzwischen von ihrer Arbeit leben

Waldemar Berghof hinter einer Reihe Piranja-Flaschen.

Waldemar Berghof hinter einer Reihe Piranja-Flaschen.



Bexbach. Piranjas (oder Piranhas) sind eigentlich Fische, die in den tropischen Süßgewässern Südamerikas in Schwärmen auf Raubzug gehen. Übersetzt heißt Piranja „Zahn-Fisch“. Seit zwei Jahren gibt es auch eine Piranja- Cola – und zwar aus dem Saarland. Den großen Cola-Abfüllern dieser Welt wollen die jungen Leute aus Bexbach noch nicht die Milchzähne zeigen. „Dafür sind wir einfach zu klein“, meint Geschäftsführer Waldemar Berghof. Die Idee ging von ihm und seinem Freund Florian Glesius aus. Beide studierten an der Fachhochschule Zweibrücken Betriebswirtschaftslehre.

„Wir sind Nachtmenschen und hatten es irgendwann satt, mit Kaffee, Red Bull oder normaler Cola wachzubleiben“, erzählt Glesius. Außerdem wollte man sich nach dem Studium beruflich selbstständig machen – ein neuer Muntermacher reifte zur Geschäftsidee. Sie bestellten eine hoch konzentrierte Cola-Grundmischung von einem Spezial-Anbieter im Internet. Hinzu kamen diverse Aroma- Stoffe. Geholfen hat bei der Auswahl Berghofs Schwiegervater, ein Apotheker. Im Freundes- und Bekanntenkreis wurde solange gekostet und getestet, „bis unsere Cola allen schmeckte“.

Ein halbes Jahr dauerte diese Findungsphase. „Wir arbeiten viel mit Gewürzen aus dem arabischen Raum“, so der Geschäftsführer. Zimt ist dabei – mehr verrät er nicht. Ende 2010 startete die Produktion. Von anderen Rezepturen unterscheidet Piranja sich darin, dass „unsere Cola mehr Koffein enthält – so viel wie ein starker Kaffee –, dafür aber 20 Prozent weniger Zucker“. Neben der klassischen Cola hat man mittlerweile zwei weitere Varianten im Angebot: Piranja Kaffee und Piranja Chilli, eine Cola, die fruchtig schmeckt und deren Schärfe im Gaumen nachwirkt. Eine Light- Variante wurde aufgegeben, „weil unsere Internet-Gemeinde das nicht wollte“, sagen die beiden 30-Jährigen.

Die Nähe zum Web, für das Dirk Forster im Unternehmen zuständig ist, zeigt sich auch darin, dass die Brause-Kollektion jetzt Piranja-Cola 2.0 heißt. Das Etikett wurde unter tätiger Mithilfe der Saarbrücker Designer-Werkstatt Bureau Stabil in Maßen auf hip getrimmt. Die Produktion schwankt noch stark. Abgefüllt wird die Cola bei Schwollener Sprudel in der Nähe von Idar-Oberstein – und zwar immer dann, wenn der Vorrat zur Neige geht.

Demnächst will man die Gebinde von 0,33 auf gastronomietaugliche 0,25 Liter pro Flasche verringern, um in Restaurants, Clubs oder Kneipen Fuß zu fassen. Außerdem setzt man aus Umweltgründen ausschließlich auf Glas-Mehrwegflaschen. Hauptabnehmer sind derzeit noch Lebensmittel- und Getränkemärkte im Saarland, weil viele Gastronomen vertraglich an andere Lieferanten gebunden sind. Bald hat das Unternehmen, das unter Piranjasoul firmiert, auch zwei Eistee-Varianten im Angebot – Granatapfel mit grünem Tee sowie Pfirsich und Blutorange mit schwarzem Tee. „Wir wollen weiter wachsen“, sagen Berghof und Glesius. Inzwischen können die jungen Leute sogar von ihrer Cola leben – „zumindest haben wir keine Zeit mehr, etwas anderes zu machen.“ low


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