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Pixies bringen erstes Studioalbum seit 1991 heraus

Nun, begeistert wirken die Pixies nicht - aber die Qualität des Albums hätte ein zufriedenes Lächeln
schon erlaubt: Black Francis, David Lovering und Joey Santiago (v.l.).

Nun, begeistert wirken die Pixies nicht - aber die Qualität des Albums hätte ein zufriedenes Lächeln schon erlaubt: Black Francis, David Lovering und Joey Santiago (v.l.).

 Manche Wiederkehr ist riskant, nicht jede ist willkommen. In den 80ern und 90ern waren die Pixies aus Boston eine der aufregendsten Bands überhaupt – keine andere Gruppe verband so gut brachialen, explodierenden Rock mit einem Gespür für Pop, surreale Texte mit Psychedelik, kreischende Hysterie mit entwaffnender Sanftheit.

Alben wie „Surfer Rosa“ (1988), „Doolittle“ (1989) und „Bossanova“ (1990) waren Alternative Rock im buchstäblichen Sinne: eine eigenwillige Alternative zu gesichtlos-zahmem US-College-Rock und zum maskulin aufgebretzelten Stadion-Britpop, auf die sich später nicht zuletzt Bands wie Nirvana beriefen.

Der kommerzielle Erfolg in den USA hielt sich in Grenzen, aber in Europa, vor allem in England, wurden die Pixies zur festen Größe. Doch 1992 teilte Bandkopf und, je nach Sichtweise, Bandtyrann Black Francis den Kollegen das Ende der Band per Fax mit – zuvor war es immer wieder zu Spannungen gekommen, die sich unter anderem in einem konzertanten Bassgitarren-Wurf in Richtung des Sängers Black entluden. Danach begann das Übliche im Rockgeschäft: Solo- Aktivitäten der einzelnen Musiker, die an die lichten Höhen der alten Band nicht herankamen, während die Plattenfirma der Pixies gekonnt die Legende molk – mit Live- Alben, Single-Zusammenstellungen, B-Seiten-Sammlungen undsoweiter.

Elf Jahre nach dem Kollaps der Band gingen die vier Musiker wieder aufeinander zu und beschlossen eine Wiedervereinigung. Ob die nun aus künstlerischer Freude oder aus Gründen der Rentensicherung geschah, ist offen – erfolgreich waren die anschließenden Tourneen jedenfalls, auch wenn die Pixies nichts Neues spielten oder aufnahmen. Da durfte sich der Eindruck aufdrängen, die einst innovative Band sei zur alternativen Oldie-Band geworden. Nun erscheint das erste Studio- Album seit „Trompe le monde“ von 1991. Wie schön, und wie riskant – denn schnell sägt man mit einem schwachen Werk an der eigenen Legende.

„Indie Cindy“ tut das nicht; an die frühen Geniestreiche reicht das Album, das zuvor auch in Form von EPs erschien, aber auch nicht heran – ist das vor allem der eigenen Erwartungshaltung geschuldet? Wohl nicht nur – ein Stück etwa wie „Another toe in the ocean“ klingt bizarrerweise wie eine der zahllosen gesichtslosen US-Rockbands à la Blink-182, „Blue Eyed Hexe“ wirkt ein wenig wie eine unwitzige AC/DC-Parodie.

Ansonsten aber gibt es viele Gründe zur Freude. Als Texter bewegt sich Black wieder durch angeschrägte Welten, in denen man Jazzer Chet Baker und eine Straßendirne namens Magdalena trifft, oft knüpft er bildsatte Assoziationsketten, flickt spanische Passagen ein und dichtet herrlich Kryptisches wie „I like that slinky little punky little bit funky itty bitty chunky“. Musikalisch kleidet das Trio das in manchmal brachialen, stets abwechslungs- und wendungsreichen Rock, der wieder einmal Blacks Händchen für kluge Pop-Melodien zeigt. Eines jedoch fehlt hier im Sound-Gefüge – man kann die Präsenz von Bassistin und Ab-und-zu- Sängerin Kim Deal vermissen, die den früheren Alben prägnante Momente bescherte. Sie hatte die Band wenige Tage nach Beginn dieser Album- Aufnahmen im Streit mit Black verlassen. Eine Wiederkehr würde der Band gut tun.

 Pixies: Indie Cindy (Pias). Konzert: 4. Juli in Belfort beim Eurockéennes Festival.

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