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Pläne für St. Ingberts Bike-Park sind begraben

Der Bike-Park am Rohrbacher Kahlenberg ist derzeit zu den Akten gelegt. Zu teuer, sagt die Stadtverwaltung. Nicht ernsthaft mit den Chancen auseinandergesetzt, kontert Georg Meier, Vorsitzender des Radclubs. Die Trendsportler wollen jetzt andernorts für eine Abfahrtsstrecke Partner finden.

Von SZ-Redakteur Michael Beer

Rohrbach. Die Idee war verlockend, und nicht nur der St. Ingberter Verein Soulrider hat auf seine Realisierung gebaut: Ein Bike-Park am Rohrbacher Kahlenberg. Die Planungen zu der touristischen Attraktion sind eingestellt, bestätigt die Stadtverwaltung auf Nachfrage der SZ. Georg Meier, Vorsitzender des auf Bergabfahrt (Downhill im modernen Sprachgebrauch) spezialisierten Mountainbike-Clubs, und seine Mitstreiter sind entsprechend frustriert. Nach Meiers Worten hatte der Verein über Sponsorengeld rund 30.000 Euro in Voruntersuchungen investiert. Nach der jüngsten Post aus dem Rathaus, die auf die schwierige wirtschaftliche Lage verwiesen habe, sei für den Radclub die Angelegenheit „definitiv gestorben“. Meier ist sauer: „Es haben sich eine Menge Leute mit der Sache beschäftigt und Zeit investiert.“ In Diddie Schneider sei ein renommierter Bike-Park-Bauer und -Betreiber mehrfach angereist. Sponsoren standen nach seinen Worten bereit. Der Radclub-Chef bezeichnet das Ergebnis als „absolute Klatsche für uns“. Die Stadt habe bei der Kosten-Kalkulation unnötige Details wie Blockhütten und Wasserabläufe eingerechnet und so den Preis künstlich hochgetrieben.

Erste Pläne 2006

Ein Bike-Park am Kahlenberg war seit 2006 offiziell im Gespräch. Stadt, Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und Verein hatten damals die Pläne vorgestellt. Das Wirtschaftsministerium beschäftigte sich zwischenzeitlich ebenfalls mit der Finanzierung. St. Ingberts Oberbürgermeister Georg Jung erklärte noch Ende vergangenen Jahres, die Stadt sei zur Übernahme von einem Drittel der Kosten bereit, wenn das Projekt im ursprünglichen Kostenrahmen von 1,6 Millionen Euro zu bewerkstelligen sei. Nach Auskunft der Stadtpressestelle ist aber genau dies nicht der Fall. Sprecher Wilfried Trapp: „Wir haben alles probiert, um das Projekt umzusetzen. Aber es hat von der Kostenseite her einfach nicht gepasst.“ Die angesprochenen 1,6 Millionen Euro wären „um eine wirklich große Summe überschritten“ worden.
Bei den Soulridern sorgt das stille Ende der Tourismus-Idee für große Verärgerung. Der 170 Mitglieder starke Verein müsse sich jetzt nach Alternativen zu St. Ingbert umsehen, erläutert ihr Vorsitzender. Es gebe zwei drei Optionen im Saarland. Für St. Ingbert sahen die Soulrider mit einem eigenen Park ein dickes Plus in Sachen Sport-Tourismus. Die Stadt habe die Chancen jedoch nicht erkannt. Mit Interesse hatten auch Radartisten aus dem Hochwald auf die Entwicklung am Kahlenberg geschaut. Den St. Ingberter Club gibt es seit 2003, die Volcano-Riders aus Oberkirchen haben sich Ende 2007 in einer festen Gruppe zusammengefunden. Der noch kleine Vereine hat das gleiche Problem: Ihm fehlt eine eigene Strecke. Die Saarländer reisen für ihren Sport in den Schwarzwald oder sind am Lac Blanc in den Vogesen unterwegs.

Übernachtungsgäste

Die Parks, sagt Soulrider-Chef Meier, seien oft überlaufen. Die Freunde des Trendsports würden auch deshalb gerne in der näheren Umgebung auf offiziellen Strecken fahren. Der Kahlenberg hätte seiner Meinung nach an Wochenenden im Gegenzug Übernachtungsgäste angezogen. Der Traum, am Kahlenberg „downhill“ zu jagen, ist aber in St. Ingbert wohl auf absehbare Zeit begraben.

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