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Plastiktüten-Abgabe? Das denken St. Ingberter

St. Ingbert. Angesichts des immer größer werdenden Plastikmüll- Aufkommens haben die Grünen im Bundestag für die anstehende Reform des Abfallrechts eine Zwangsabgabe für Plastiktüten vorgeschlagen. Wir befragten Passanten und Händler in der St. Ingberter Fußgängerzone, ob für sie der Umweltgedanke im Vordergrund steht und eine Abgabe gerechtfertigt finden, oder ob das geplante Zwangsgeld für Plastiktüten mehr ein Ärgernis, weil mit Mehrkosten verbunden wäre.

Gisela Winter aus Neuweiler geht prinzipiell nicht gern mit Plastiktüten zum Einkaufen in die Stadt. „Wir haben vier stabile Plastiktaschen, die benutzen wir immer wieder“, ergänzt ihr Lebensgefährte Alfred Houy. „Wir finden das gut“, sind sich beide einig, wenn denn ein Obulus für Plastiktüten kommen würde.

Ein Gemüsehändler, der seinen Namen nicht nennen wollte, findet es grundsätzlich nicht gut, wenn etwas unter Zwang durchgesetzt wird. Und eine Kundin, selbst Geschäftsfrau, meinte dazu: „Wenn eine Oma kommt, und die hat ihre Tasche vergessen, dann kann ich doch nicht noch Geld für die Tüte verlangen“.
Siglinde Barth aus St. Ingbert findet, dass „das Sache vom jeweiligen Geschäft sein sollte, ob Geld verlangt wird. Ich denke auch, dass ich ein Recht darauf habe, dass ich das, was ich kaufe, auch heil nach Hause bekomme. Das ist ja auch eine Frage der Hygiene“. Dabei hebt sie ihre kleine Tüte mit einem gebratenen Hähnchen hoch.
Auch Heike Mengel sieht es ähnlich, wobei sie sowieso nicht gern Plastiktüten benutzt.



„Ich habe meistens Stofftaschen dabei, wenn ich zum Einkaufen gehe. Die meisten von uns haben zu Hause eine Alternative zur Plastiktüte, man muss nur dran denken sie mitzunehmen.“
Das Problem kennt auch Manuela Jung: „Wenn ich dann eben eine Tüte brauche, hole ich eine. Dann ist es mir auch egal, ob die was kostet. Wenn man viel im jeweiligen Geschäft kauft, sollte aber auch die Tüte kostenlos sein“, findet die Rentrischerin, „außerdem kann man die nochmal als Mülltüten wiederverwenden.“

Das unterschreibt auch Petra Gladen, die ihren Plastikmüll für den gelben Sack in besagten Plastik- Einkaufstüten sammelt. Normalerweise hat die St. Ingberterin für ihren Großeinkauf eine Extra-Tasche dabei, „aber auch ich mach’s vom Bedarf abhängig, ob ich noch eine Tüte mitnehme. Wenn ich sie doch brauche…“ Ganz unterschiedlich handhaben das auch die Geschäfte in der Mittelstadt.

Beim Kaffeeröster gibt es die Tüten ungefragt gratis dazu, beim holländischen Textildiscounter gibt es ab 15 Euro Einkaufswert den großen Shopper ebenfalls umsonst, beim DM-Markt kostet die größere Plastiktüte zehn, die Papiertasche 15 Cent. Doch hier gibt es auch die Pfandstofftasche, für die man in der kleinen Version 50 Cent, in der großen einen Euro bezahlt. Diese kann man bei Nicht-mehr-Gefallen entweder zurückgeben und erhält das Geld zurück, oder man tauscht sie gegen eine andere um. Bei Woolworth weist schon ein Schild an der Kasse darauf hin, dass wegen der Schonung der Umwelt eine gestaffelte Tütengebühr je nach Größe erhoben wird.



Die zum Selbstkostenpreis verkauften Taschen sind aus belastbarem und recyceltem Kunststoff. Man bekommt noch die Information mit auf den Weg, dass eine Tüte, die vielleicht 30 Minuten benutzt wird, 500 Jahre auf der Erde verbleibt, bis sie sich zersetzt. Seit einem halben Jahr gibt es jetzt dieses System bei Woolworth und Filialleiter Michael Simon hat schon den Eindruck, „dass wesentlich weniger Tüten über den Ladentisch gehen als vorher.“ Beim Weltladen gehört Müllvermeidung zur Geschäftsphilosophie.

„Wir fragen die Kunden, ob sie ohne Tüten auskommen. Wenn sie aber eine benötigen, haben wir Papiertüten, die sind kostenlos. Die nehmen die Leute aber auch nur, wenn es gar nicht anders geht“, so Kerstin Ziemen, die hier arbeitet. Privat findet sie die geplante Gebühr gut, denn sie selbst nutzt zum Einkaufen Stofftaschen. „Ich habe den Film ,Plastic Planet’ gesehen und kenne auch die Plastik- Müll-Problematik“, so die engagierte Umweltschützerin.
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