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Pokalknüller: FCS ist heiß auf das Spiel gegen Schalke 04

Saarbrücken. Es ist die heißeste Woche des Jahres beim Fußball- Drittligisten 1. FC Saarbrücken – und das nicht nur wegen des herrlichen Sommerwetters. „Wir sind alle heiß auf dieses Spiel“, sagte Torwart Enver Marina: „Dafür haben wir uns letzte Saison im Saarlandpokal den Arsch aufgerissen. Jetzt will natürlich jeder spielen.“ Neuzugang Markus Hayer formulierte es so: „Schalke ist nicht ein Gegner – es ist der Gegner.“

Dementsprechend ging es in den Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf die erste DFBPokalrunde am Sonntag (16 Uhr) gegen den Bundesligisten Schalke 04 zur Sache. Am Dienstag hatte FCS-Trainer Jürgen Luginger in Anlehnung an den früheren Schalke-Trainer Felix „Quälix“ Magath Medizinbälle mitgebracht. Dabei musste Kevin Maek passen. Er hatte nach dem Spiel bei Borussia Dortmund II (2:1) am Samstag eine allergische Hautreaktion erlitten und musste aussetzen. Am Mittwoch beschäftigten sich Maek und Co. trotz des Feiertags in zwei Einheiten mit Torabschluss, dem Umschalten von Abwehr auf Angriff und dem taktischen Verhalten in Unterzahl. Dabei wurde sich in den Zweikämpfen nicht geschont. „Die Jungs laufen heiß“, zog Physiotherapeut Paolo da Palma Bilanz.

Ein kühler Kopf wird am Sonntag im Hexenkessel Ludwigspark sicher von Vorteil sein. „Letztes Jahr habe ich mit Auersmacher noch in Bübingen, Brebach oder Reimsbach gespielt“, konnte Tim Stegerer sein Glück gar nicht fassen: „Am Sonntag spiele ich dann vor über 30 000 Menschen gegen einen Weltstar wie Farfán. Das ist Wahnsinn.“ Viel cooler war Kapitän Marc Lerandy vor dem Spiel: „Ich bin nicht wirklich aufgeregt. Wichtig ist, dass wir ein gutes Spiel machen mit einem guten Ergebnis. Ich freue mich, dass am Sonntag viele Menschen in den Ludwigspark kommen und ich hoffe, wir können einige davon überzeugen, in Zukunft öfter da zu sein.“

Im Ludwigsparkstadion liefen gestern bereits letzte Verschönerungsmaßnahmen, Graß auf den Rängen wurde entfernt, abblätternde Farbe am Marathontor abgekratzt. Nur die Linien der American Footballer störten noch auf der Spielfläche, die heute noch mal gemäht werden soll. In den Blöcken C und A werden jeweils drei zusätzliche Toiletten aufgestellt.

Damit nichts in die Hose geht, arbeitet die Mannschaft nun noch mal an der Taktik. Der 23. Geburtstag von Torwart Michael Müller tritt dabei fast in den Hintergrund, sein Geburtstagswunsch aber nicht: „Wenn wir am Sonntag weiter kommen, ist das das heißeste Geschenk überhaupt“, sagte Müller. cor

HINTERGRUND

Noch ist der Pokalknüller nicht ausverkauft – nur die Sitzplatzkarten sind gänzlich vergriffen. Die Restkontingente werden heute zwischen 12 und 18 Uhr und am Samstag (11 bis 14 Uhr) im FCS-Fanshop im Praktiker-Baumarkt verkauft. Die Tageskassen des Ludwigsparkstadions am Sonntag öffnen um 14 Uhr, parallel zur Stadionöffnung. Stadt, Verein und Polizei raten allen Besuchern zu einer frühzeitigen Anreise und zum Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel. cor

18 Jahr’ und schon ein Star

Schalkes Julian Draxler soll im DFB-Pokal gegen Saarbrücken das Spiel lenken und in der Liga Raúl ersetzen

Gelsenkirchen. Am Mittwoch war er für Deutschland dabei gegen Lionel Messi und Argentinien (1:3), nun trifft er mit Bundesligist Schalke 04 auf Ufuk Özbek und den Drittligisten 1. FC Saarbrücken: Die Fußballwelt des Julian Draxler gleicht einer Achterbahnfahrt. „Saarbrückens Ufuk Özbek und ich haben in der Schalker Jugend zusammengespielt. Wir haben uns immer sehr gut verstanden. Leider für mich und gut für den FCS spielt er jetzt im Saarland“, sagt der Nationalspieler vor dem Wiedersehen am Sonntag (16 Uhr) im DFB-Pokal: „Ich freue mich auf das Spiel. Die ganze Mannschaft ist motiviert und kann es kaum erwarten, dass es losgeht.“

Vor der Europameisterschaft gehörte der 18-Jährige zum Kreis derer, die sich Hoffnung auf eine Teilnahme am Turnier in Polen und der Ukraine machen durften. Doch im letzten Moment nahm ihm Bundestrainer Joachim Löw das Ticket wieder weg – Draxler wurde wie Torwart Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach), Cacau (VfB Stuttgart) und Sven Bender (Borussia Dortmund) am Vorabend der endgültigen Nominierung gestrichen. „Ich war sehr froh, dass ich überhaupt zum Trainingslager eingeladen wurde. Darum war die Enttäuschung nicht so groß“, sagt Draxler, „der Bundestrainer begründete die Entscheidung mit der Tatsache, weil ich halt noch nicht so lange bei der Mannschaft war. Aber dass ich gegen Argentinien wieder dabei war, zeigt, dass ich einen ganz guten Eindruck hinterlassen haben muss.“

Die Karriere von Julian Draxler verlief bislang atemberaubend. Vor zwei Jahren noch völlig unbekannt, dann im Januar 2011 von Felix Magath aus der A-Jugend zu den Profis befördert. Mit 17 Jahren und 117 Tagen ist der gebürtige Gladbecker der jüngste Schalker Bundesliga- Spieler aller Zeiten. Die Diskussion um sein Abitur (Magath wollte, dass er es sausen lässt) beschäftigte ganz Deutschland. „Das war nicht so schön. Der Fußball trat bei dem ganzen Theater in den Hintergrund“, erinnert sich der Schalker. Doch die Belastung für ihn und sein direktes Umfeld sieht er heute fast positiv: „Heute habe ich mein Fachabitur und bin froh, wie es gelaufen ist.“

2011 wurde Draxler mit Schalke DFB-Pokalsieger, im abgelaufenen Spieljahr entwickelte er sich zum Stammspieler, wurde in allen Euro-League-Spielen der Schalker eingesetzt. Mittlerweile kommt er auf sechs Einsätze in der Champions League, 13 in der Europaliga und auf 45 Bundesligaspiele. Die Vorbereitung auf die Saison 2012/2013 lief – bei Draxler und der gesamten Mannschaft – bislang aber nicht optimal. Siege gab es nur gegen unterklassige Gegner, beim 0:0 gegen Udinese Calcio wurde der Jungstar ausgewechselt. „Es ist die Vorbereitung. Besser ich bin jetzt noch nicht bei 100 Prozent, wie später in der Saison. Aber der Welpenschutz ist vorbei. Ich weiß, dass ich mich steigern muss.“

Schalke 2012, das ist Königsblau im Jahr eins nach Starspieler Raúl. Dessen Weggang ist aber die Chance für Draxler, dem mittlerweile selbst ein Marktwert von elf Millionen Euro nachgesagt wird, sich noch mehr ins Rampenlicht zu spielen. „Anfangs hatte ich fast Ehrfurcht vor Raúl. Aber er hat mir sehr viel geholfen und am Ende verband uns eine richtige Freundschaft“, sagt Draxler und ergänzt ein „fast väterlich. Seine Position können wir nur als Mannschaft ausfüllen. Es wurde viel darüber geschrieben, wir haben viele Spieler, die auf der Zehn spielen können.“ Dass Draxler nun nicht wie vor zwei Tagen auf argentinische Weltstars, sondern auf einen Drittligisten trifft, ist für ihn kein Grund für Sorglosigkeit. „Im Pokal muss man jeden Gegner ernst nehmen. Auch Saarbrücken. Der Unterschied zwischen 1. und 3. Liga ist nicht mehr so groß. Wir haben genügend Breite im Kader, um die Ausfälle zu ersetzen und uns auswärts beim Underdog durchzusetzen.“



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