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Pokémon-Fieber breitet sich aus - auch im Landkreis Saarlouis

Dieses Traumato springt auf dem Brunnen auf dem Großen Markt auf und ab.

Dieses Traumato springt auf dem Brunnen auf dem Großen Markt auf und ab.

Über dem Großen Markt in Saarlouis zieht eine riesige Fledermaus ihre Kreise. Eine lila Muschel planscht im Brunnen. Vor der Kirche hüpft eine Monster-Ratte auf und ab. „Mist, die habe ich alle schon“, ruft ein Junge mit roter Mütze. Seinen Kumpel scheint das nicht zu interessieren. Er hat sein Smartphone auf die Parkuhr gerichtet. „Da sitzt ein Habitak“, ruft er aufgeregt, wischt über den Bildschirm und wirft so einen weiß-roten Ball auf den Vogel. „Ha, gefangen“, berichtet er und strahlt. Die beiden Jungs ziehen weiter. Richtung Stadtgarten.

 

Suche in der realen Welt

„Dort tummeln sich die meisten Pokémon“, erklärt Lucas Schilz. Der Schüler wirft einen Blick auf sein Mobiltelefon. „Ich habe schon über 50 Stück gesammelt“, verkündet er stolz. Seit Mittwoch bevölkern insgesamt 151 Monster die Bundesrepublik. Die Fabelwesen gibt es in allen Formen und mit verschiedenen Eigenschaften. Da ist etwa Schiggy die Schildkröte oder Glumanda der Drache. „Mein Lieblings-Pokémon ist Pikachu“, erzählt Lucas. Ein hamsterähnliches Wesen, das Stromschläge abfeuern kann. Wer die Monster fangen möchte, muss sich die Spiele-App Pokémon Go auf sein Handy laden. Das Programm projiziert die Figuren in die reale Welt. „Sobald ich das Haus verlasse, gehe ich auf die Jagd“, erzählt Lucas. Er ist nicht allein. Das Pokémon-Fieber packt immer mehr Menschen.

 

Im Landkreis Saarlouis haben die Spieler bereits eine eigene Facebook-Gruppe gegründet. Sie heißt „Pokémon Go Saarlouis “ und hat 282 Mitglieder. Über das soziale Netzwerk verabreden sie sich, um gemeinsam durch die Straßen zu ziehen. Am 31. Juli ist eine große Tour durch die Innenstadt geplant. Dafür gibt es jetzt schon 245 Zusagen und 722 Interessenten.

 

„Ich bin auf meinen Streifzügen schon einigen Leuten begegnet, die Pokémon spielen“, berichtet Pascal Schneider. Der 20-Jährige wohnt in Rehlingen, sein liebstes Fang-Revier ist allerdings die Fußgängerzone in Saarlouis . Dort gibt es auch jede Menge Pokéstops. Zentrale Punkte, an denen die Spieler Bonus-Gegenstände erhalten. Die Stadtbücherei ist zum Beispiel eine solche Sammelstelle. Eine weitere Attraktion befindet sich auf der Vauban-Insel. Hier steht eine virtuelle Arena, in der Spieler ihre gefangenen Pokémon gegen andere kämpfen lassen können. „Das habe ich noch nicht ausprobiert. Da kommt man erst ab Level fünf rein“, sagt Pascal.

 

Die Polizei steht dem Pokémon-Hype derweil eher kritisch gegenüber. „Wenn Spieler draußen unterwegs sind und nicht auf den Verkehr achten, kann es zu gefährlichen Situationen kommen“, sagt Jens Geyer von der Dienststelle Saarlouis . Bisher habe es im Landkreis noch keine Unfälle gegeben, die sich auf die Monsterjagd zurückführen lassen. Dennoch warnt er: „Ob SMS schreiben oder Pokémon spielen – wer hinterm Steuer sitzt sollte die Finger vom Handy lassen.“

 

Zum Thema:

 

Auf einen Blick Pokémon Go ist eine App für Smartphones . Wer will, kann sie kostenlos in Apples App Store und im Google Play Store heruntergeladen. Ziel des Spiels ist es, so viele Pokémon wie möglich zu sammeln. Die Monster lauern überall – in der Küche, im Wald, in der Stadt. Auf einer virtuellen Karte haben die Entwickler auch Pokéstops platziert. Dort finden Spieler nützliche Gegenstände wie Pokébälle mit denen sie die Monster fangen können. sara  
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