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Politiker verstärken Kampf gegen Bienensterben und für Imker

Von SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg

Saarbrücken. Die Honigbiene gilt als eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere, aber ihr Bestand geht immer mehr zurück. In Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Imkerbundes die Zahl der Bienenvölker seit 1952 von 2,5 Millionen auf heute rund 750.000 zurückgegangen. Verantwortlich für das Bienensterben ist laut Imkerbund vor allem der Bienenschädling Varrao-Milbe und zu wenig Futter in den ländlichen Gebieten. Im Saarland ist nach Angaben des Landesimkerverbandes ein ähnlicher Trend zu beobachten.

Auf allen politischen Ebenen werden vor diesem Hintergrund die Bienen zur Chefsache erklärt. So rückt die Neunkircher Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD) in diesem Jahr das Thema Bienen in den Fokus der Umwelt- und Bildungsarbeit des Landkreises. Und der Europa-Abgeordnete Jo Leinen (SPD) fordert einen besseren Schutz von Bienen. Um die Imkerei stärker zu fördern, hat jüngst das Saar-Umweltministerium erstmals gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftskammer und dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium eine Vereinbarung unterzeichnet.

Dadurch wolle man den Imkern „weitreichende Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung“ anbieten und erhoffe sich „erhebliche positive Impulse für die Imkerei“, so Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD). Allen saarländischen Imkern soll es künftig ermöglicht werden, sich in verschiedenen Themen fort- und weiterzubilden. Weil es im Saarland kein Bienen-Institut gibt, können saarländische Imker gemeinsam mit rheinland-pfälzischen an Lehrgängen des Fachzentrums für Bienen und Imkerei in Mayen in der Eifel teilnehmen. „Wir wollen durch eine bessere Vernetzung mehr für unsere Imker tun“, erklärte Rehlinger.

Im Einzelnen soll es gemeinsame Schnupperkurse und Schulungen in Theorie und Praxis sowie Speziallehrgänge geben, die die Bienenzucht, Bienenkrankheiten und die professionelle Vermarktung des Honigs behandeln. Für Bienenseuchen- und Honigsachverständige und auch für Lehrer, Umweltberater oder Feuerwehrleute sind des Weiteren spezielle Schulungen geplant. Letztere sollen für die „Faszination Honigbiene“ werben, so ein Ministeriumssprecher. Überdies sollen Imker mit Schulungs- und Beratungsunterlagen unterstützt werden.

Der Verband der saarländischen Imker begrüßte das länderübergreifende Abkommen. Seit den 1960er Jahren bestehende Kontakte zu dem Bienen-Institut in Mayen seien nun „auf solide Füße“ gestellt worden, betonte der Vize-Chef der Saar-Imker, Frank Nieser. Das Institut kann laut Nieser künftig Untersuchungsaufträge etwa zur Qualität des Honigs oder zu Bienenkrankheiten „bevorzugt schneller bearbeiten“. Zugleich werde das Institut politisch aufgewertet, da es nun auch offiziell die Imker aus dem Saarland betreut.

Neu sei auch, dass der Chef der Saar-Imker  dessen Stellvertreter an den Sitzungen eines Beirats mit Vertretern des Saar-Umweltministeriums, der NRW-Landwirtschaftskammer und des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums teilnehmen dürfe. Der Imkerverband könne so über die Ausgestaltung von entsprechenden EU-Richtlinien mitbestimmen. Das Gremium könne zudem zu Imkerei-Themen auf Bundes- und EU-Ebene Stellungnahmen abgeben.


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