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Polizei: Postpark-Treff in Neunkirchen ist keine offene Drogenszene

Drogenszene neben Kinderspielplatz und einen Steinwurf weit entfernt von den geplanten Bliesterrassen? Ein SZ-Leser stellt in einem offenen Brief an Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried diese Vermutung an. Er beschwert sich vehement über den seiner Meinung nach unhaltbaren Zustand in der Innenstadt. Er bezieht sich auf ein kleines Areal unterhalb der Post in der Brückenstraße, den sogenannten Postpark. Die Stadt habe dort mit Dixi-Toilette, Unterstand und Sichtschutz einen Ort geschaffen, der förmlich zum Dealen einlade. Seine Beobachtung: Autos, teils mit ortsfremden Kennzeichen, halten kurz auf der Straße, kurzer Austausch mit den Leuten vor Ort, und rasch seien alle wieder auseinander. Er selbst habe dort schon eine vermutlich gebrauchte Einwegspritze aufgesammelt und weggeworfen, damit sie nicht in Kinderhände gelange. Auch in Gesprächen sei deutlich geworden, dass mancher Passant lieber einen Bogen um das Areal schlage aus Angst vor Belästigung. Der Leser stellt auch die Frage, wie jener Aufenthaltsort und der Bau einer Promenade an der Blies zusammenpassten: „Soll diese Anlage dann in kürzester Zeit von irgendwelchen Drogendealern und Drogenkonsumenten in Beschlag genommen werden?“

Neunkirchens Polizeichef Thomas Dräger-Pitz bestreitet nicht, dass bei den Leuten im Postpark auch Drogen im Spiel sind. Von einer „offenen Szene“ oder einer überbordenden Entwicklung wolle er aber nicht sprechen. Letztlich gebe es dieses Klientel in jeder Stadt der Größe Neunkirchens. Auch wenn das kein schöner Anblick für Außenstehende sei, müsse sich die Gesellschaft der Situation stellen.
 

Polizei regelmäßig vor Ort

Den offenen Brief nimmt er gleichwohl zum Anlass, mit der Fachdienststelle in seinem Haus und OB Fried das Gespräch aufzunehmen. Dräger-Pitz: „Gegebenenfalls werden wir dann einen runden Tisch einberufen.“ Er betont, Streifen und Kontaktpolizisten besuchten den Platz regelmäßig. Bei konkreten Rechtsverstößen greife die Polizei ein. Je nachdem, wie massiv die Beamten agierten, käme es aber zu einem „Verdrängungseffekt“ mit allen Unwägbarkeiten, die das nach sich ziehe.

Das ist auch ein Punkt, den Achim Ickler zu bedenken gibt. Er betreut als Sozialarbeiter des Diakonischen Werks die Menschen, die das abgezäunte Gelände als Treffpunkt nutzen. Wollte man diese Struktur zerschlagen, würden die Betroffenen sich wieder über die Innenstadt verteilen, was neuen Ärger nach sich ziehe. Ickler spricht von zehn bis 30 Leuten, die den Platz nutzen. Zum benachbarten Spielplatz – seiner Beobachtung nach eher gering besucht – bestehe kein Blickkontakt. Insgesamt achte die Szene darauf, dass sich weder Kinder noch Familien bei ihnen aufhielten. Es werde auch nicht offen mit Drogen hantiert und die Gruppe achte darauf, dass sich niemand danebenbenehme.

Diakon Oswald Jenni hat ebenfalls Kontakt zu der Szene. Er könne den Ärger verstehen, räumt er ein, aber was sei gewonnen, wenn man die Menschen vertreibe?

Die Stadtverwaltung sieht den Randständigen-Treff Postpark, der seit zehn Jahren bestehe, derzeit als einzig praktikablen Ort für diese Menschen. Von einem Drogenumschlagplatz könne dabei nicht die Rede sein (< Bericht folgt).
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