A1 Saarbrücken Richtung Trier AS Riegelsberg gesperrt aufgrund eines querstehendem Lkw (09:44)

A1

Priorität: Dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Polizei: Rohe Gewalt hat laut Kriminalitätsstatistik zugenommen

Rohheitsdelikte – darunter Körperverletzung , Raub und Nötigung: Die Polizei im Landkreis St. Wendel hat sich vergangenes Jahr mit 520 derlei Fällen beschäftigen müssen. Das geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik hervor. Wie Polizeichef Martin Walter berichtet, entspricht dies innerhalb eines Jahres einem Anstieg von 5,1 Prozent. 2013 waren es demzufolge 495 solcher Straftaten. Damit setze sich die Tendenz aus den Vorjahren fort, wonach jene Straftaten zunehmen, sagt er. Insbesondere die Zahl der Körperverletzungen habe dazu beigetragen. 392 Mal mussten sich seine Kollegen mit entsprechenden Anzeigen befassen. Zum Vergleich: 2013 war es 374, ein Plus innerhalb von zwölf Monaten um 4,8 Prozent.

In vielen Fällen trage Alkohol zu den Ausrastern bei, will Walter bei den Ermittlungen ausgemacht haben. Zudem komme es oftmals an neuralgischen Punkten wie Discos und Kneipen zu handgreiflichen Zusammenstößen. Walter: „Opfer und Täter stehen dabei häufig in einer sozialen Beziehung zueinander.“ Simpel ausgedrückt: Sie kennen sich.

Des Weiteren tendierten Menschen heute eher dazu, Schläger anzuzeigen. Das bedeutet für den Leiter der Polizeiinspektion, dass „die Bevölkerung durch die Präsenz von Gewalttaten in den Medien sensibilisiert und daher zur Anzeige bereit ist“.
 

Walter: hohe Aufklärung

Erfreulich hingegen sei ein Rückgang bei Raub . Binnen eines Jahres sanken die Fallzahlen im St. Wendeler Land von zwölf (2013) auf neun im Vorjahr. Die Opfer seien in der Regel wahllos Ziel der Angreifer geworden, zumeist auf offener Straße sowie Plätzen. Allerdings steche dabei ein besonders brutaler Raubüberfall heraus. Dabei schnappte die Kripo zwei Täter, die einen St. Wendeler in seiner Wohnung massiv in die Mangel genommen hatten (siehe „In eigener Wohnung ausgenommen“).

Stolz berichtet Martin Walter dann aber noch von der Aufklärungsquote. Die habe zuletzt bei 89,4 Prozent gelegen und sei somit abermals gesteigert worden. Es ist einer der herausstechendsten Fälle der Kriminalitätsstatistik 2014 für den Landkreis St. Wendel – im negativen Sinn. Ein schwerer Raub , den Polizeichef Martin Walter besonders hervorhebt. Dabei war ein St. Wendeler verletzt worden. Seine Peiniger kamen nicht ungeschoren davon. Das hatte sich nach Angaben von Ralf Kartes, Vize-Leiter der Polizeiinspektion in der Kreisstadt, am 5. Juli zugetragen:

4.40 Uhr: Die drei Männer hielten sich in der Wohnung des späteren Opfers in Citynähe auf. Plötzlich gerieten sie aneinander. Gemeinsam prügelten die Angreifer auf den Bewohner ein. Dem gelang es noch eben, auf seinem Mobiltelefon die Notrufnummer zu wählen. Doch reden konnte er nicht mehr mit den Ordnungshütern am anderen Ende der Leitung.
 

Opfer-Handy geortet

Doch die Ermittler orteten umgehend das Signal, wussten den Standort des Malträtierten. Kollegen machten sich umgehend auf den Weg zum Tatort. Weil sich zuerst niemand hinter der verschlossenen Wohnung rührte, wollten die Retter die Tür aufbrechen. Just in jenem Augenblick öffnete ihnen mit letzter Kraft der Attackierte, während seine Peiniger über den Balkon zu flüchten versuchten. Polizisten verfolgten sie, ein Täter verletzte sich beim Sprung am Fuß. Beide wurden eingeholt und geschnappt.

Richter befassten sich unlängst mit diesem Fall: Die beiden Räuber sitzen darum bereits im Saarbrücker Knast. Ihre schlappe Beute damals: 50 Euro und ein Handy. Ihr Opfer wurde im Gesicht verletzt und erlitt einen Schock.

 

Zum Thema:

HintergrundDer Strafumfang wegen Körperverletzung orientiert sich grundsätzlich nach Brutalität, mit der ein Täter vorgeht, und nach den Folgen für das Opfer. Prinzipiell fallen unter den juristischen Begriff Körperverletzung all jene Handlungen, die dazu führen, jemanden körperlich zu misshandeln und seine Gesundheit zu schädigen. Leichte/Einfache Körperverletzung : Das Strafmaß laut Gesetz sieht Geldstrafen sowie Gefängnis bis fünf Jahre vor.Gefährliche Körperverletzung : Unter anderem fällt darunter der Einsatz von Gift, Waffen, hinterlistiger Überfall, gemeinschaftlich begangene Tat oder Taten, die das Leben des Angegriffenen gefährden. Zwischen drei Monaten und zehn Jahren Freiheitsstrafe können Richter verhängen.Schwere Körperverletzung : Juristen gehen von solch einem Sachverhalt aus, wenn Menschen dauerhaft durch die Attacke behindert werden; beispielsweise Taubheit, eingeschränktes Sprechen, Erblinden, Verlust eines Körperteils oder nur noch eingeschränkte Funktionstüchtigkeit, dauerhafte Lähmung, geistige Beeinträchtigung. Hier muss der Täter mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren rechnen.Fahrlässige Körperverletzung : Hier geht es um Unbedachtheit, also nicht gewollt jemanden körperlich zu schädigen. Dennoch wird dem Täter vorgeworfen, sich leichtfertig verhalten zu haben und damit den Schaden bewusst oder unbewusst in Kauf genommen zu haben. Strafmaß: Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Gefängnis. (Quelle: Polizei ) hgn
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein