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Polizei befreit Baby aus vermüllter Wohnung

Neunkirchen. Die frisch sanierte Fassade des dreigeschossigen Hauses in der Max-Braun-Straße in der Neunkircher Stadtmitte täuscht. Die Haustür ist offen. An Klingelschildern fehlen die Namen der Bewohner. Die alte Holztreppe führt in den zweiten Stock des Mehrfamilienhauses. Beißender Geruch nach Urin und Moder liegt in der Luft. An der Tür zu einer Wohnung fehlt eine große Glasscheibe, so gibt die Tür den Blick in die Zimmer frei. Dem Betrachter stockt der Atem! Berge von Müll, Dreck, Windeln, verdorbenen Lebensmittel und Fäkalien türmen sich in der Zwei-Zimmer-Wohnung. Mitten drin in all dem Unrat und Abfall ein Babystuhl. Genau hier fanden Fahnder der Kriminalpolizeiinspektion am Montagabend gegen 21 Uhr durch Zufall ein schreiendes und total verwahrlostes Mädchen. Die 29-jährige Mutter, eine in Saarbrücken geborene Deutsch-Türkin, lebte hier mit ihrem 18 Monate alten Baby.

Die Polizisten, die eigentlich zu einer Durchsuchung wegen Verdacht auf Drogenbesitz kamen, reagieren sofort. Mit einem Rettungswagen wird das unterernährte und ungepflegte Mädchen in die Kinderklinik gebracht. Die kleine Patientin hat nach ersten Diagnosen keine größeren Gesundheitsschäden erlitten. Ein Mediziner berichtet, das Kind spreche noch nicht, stehe und laufe sehr unsicher. Nach Informationen unserer Zeitung ist davon auszugehen, dass das Baby seit seiner Entbindung zu keiner Vorsorgeuntersuchung vorgestellt wurde und nicht geimpft ist.

Die allein erziehende Mutter war offenbar absolut überfordert. Die 29-Jährige ist, wie Polizeisprecher Georg Himbert auf Anfrage bestätigt, am Montagabend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Die Frau leidet angeblich an schweren Depressionen. Das Baby soll demnächst in eine Pflegefamilie kommen. Ein zweites Kind der Frau, ein behinderter acht Jahre alter Junge, lebt bereits bei Pflegeeltern. Wer der Vater des kleinen Mädchens ist, sei nicht bekannt, sagte Volker Kümmel, Leiter des Kreisjugendamtes Neunkirchen. Das Amt hatte im Sommer 2006 die junge Mutter und ihr Kind wiederholt besucht. Damals machte die Wohnung in der Max-Brau-Straße, so steht es in einem Bericht, „einen sehr gepflegten Eindruck“. Weitere Besuche wurden als nicht mehr notwendig erachtet. mju

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