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Polizei erneuert nach schweren Unfällen den Appell: Nie ohne Fahrradhelm!

Diese Schüler sind mit einem wichtigen Begleiter unterwegs. Der Helm bewahrte bei Stürzen schon viele Radler vor schweren Verletzungen – auch in Saarbrücken. Symbolfoto: Ralf Hirschberger/dpa</p>

Diese Schüler sind mit einem wichtigen Begleiter unterwegs. Der Helm bewahrte bei Stürzen schon viele Radler vor schweren Verletzungen – auch in Saarbrücken. Symbolfoto: Ralf Hirschberger/dpa

Sein Leben hing nach dem Sturz am seidenen Faden. Der Radfahrer (44) war am 28. August gegen 17.30 Uhr auf der Metzer Straße Richtung Vorstadtstraße unterwegs. Das Rad war neu, kein anderer an dem beteiligt, was dann passierte. Unvermittelt stürzte der Mann und erlitt schwerste Kopfverletzungen. Er trug keinen Helm. Dass er noch lebt und wohl ohne bleibende Schäden davonkommt, grenzt für Matthias Biehl und Thomas Immand von der Polizeiinspektion Alt-Saarbrücken an ein Wunder. Ein Wunder, das dem nächsten Opfer versagt blieb.

29. September, 17.20 Uhr, Kreuzung Großherzog-Friedrich-/Bleichstraße/Nauwieser Straße: Eine Fußgängerin (14) prallte mit einer Radfahrerin (72) zusammen. Die Seniorin, die ein E-Bike fuhr, stürzte und erlag in der Nacht ihren schweren Kopfverletzungen. Sie hatte keinen Helm getragen. Ebenso ohne Kopfschutz unterwegs war der Radfahrer (51), der vorigen Donnerstag in St. Arnual verunglückte. Er prallte beim Abbiegen von der Koßmann- in die Gneisenaustraße auf zwei parkende Autos. Der Fahrer flog vom Rad und blieb nach dem harten Aufprall mit schweren Kopfverletzungen leblos liegen. Zeugen reanimierten das Unfallopfer . Der Radfahrer starb eine Stunde später im Krankenhaus. Am heutigen Mittwoch soll eine Obduktion klären, was den Tod des 51-Jährigen verursachte.

Für Polizist Biehl, der schon viele Unfallopfer sehen musste, steht fest: „Die Kopfverletzungen wären mit einem Helm geringfügiger gewesen. Wir appellieren an alle, nur mit Helm Rad zu fahren.“ Und zwar auch auf den vielen Kurzstrecken in der Stadt, wie Fachmann Immand betont. Egal, wie alt der Radler ist. „Mit wachsendem Alter sinkt die Bereitschaft, sich einen Helm aufzusetzen.“ Aber das Unfallrisiko sei nun mal da. Immer.

Bereits in den 1990er-Jahren und vor einem Jahrzehnt hatten schwere Unfälle in Saarbrücken gezeigt, wie wichtig der Fahrradhelm ist. Zum Beispiel Anfang Juli 2006: Unfallort war damals die Fußgängerampel der Kreuzung Großherzog-Friedrich- und Egon-Reinert-Straße. Dort wollte ein Kind (14) auf dem Rad die Saarbahntrasse überqueren, während die Ampel – laut Polizeibericht – für Fußgänger Rot zeigte. Das Kind übersah eine Saarbahn, die auf dem Weg nach Brebach war. Der Saarbahnfahrer bremste sofort, konnte den Zug aber nicht mehr rechtzeitig stoppen. Der Triebwagen erfasste das Fahrrad und schleifte Rad und Kind mehrere Meter mit. Dabei schlug das Mädchen, das keinen Helm trug, mit dem Kopf gegen einen Mast und wurde schwer verletzt.

Der Chirurg Dr. Michael Feldmann, der früher auf dem Saarbrücker Winterberg Opfer von Fahrradunfällen behandelte, plädierte schon Anfang der 90er Jahre für die Helm-Pflicht: „Von den verletzten Radlern, mit denen wir auf dem Winterberg zu tun hatten, waren nur etwa 25 Prozent der Polizei bekannt. Es gibt also eine irrsinnige Dunkelziffer.“

Immand und Biehl wissen, dass sich nach wie vor viele nach einem Sturz aufrappeln, verarzten lassen und nicht in der Statistik auftauchen.

Doch schlimmer als diese Dunkelziffer ist ein Fehlverhalten, das den Chef der PI Alt-Saarbrücken, Uwe Wilhelm, ärgert. Der leidenschaftliche Radler sieht oft Erwachsene ohne Helm, während ihre Kinder einen tragen. „Solche Eltern ärgern mich, weil sie keine Vorbilder sind und richtiges Verhalten nicht vorleben.“

 

2015 gab es im Saarland zwei tödliche Unfälle mit Radlern, genauso viele wie 2014. 2013 starben fünf Radfahrer bei Unfällen. Ob sie mit oder ohne Helm unterwegs waren, geht aus der Statistik aber nicht hervor. Weitere Unfallzahlen stehen im Internet.

saarland.de/512.htm

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