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Polizei plant Großkontrolle gegen Raser

Die Liste ist lang. Es geht um Leid, Schmerz und viel kaputtes Blech, um 96 Unfälle und eine Ursache: Rasen.

Damit steht „überhöhte Geschwindigkeit“ 2013 in der bis zum 30. September reichenden Ursachenstatistik der Polizeiinspektion (PI) Brebach inzwischen auf Rang drei. Und zwar hinter Fehlern beim Wenden und Rückwärtsfahren oder Unachtsamkeit in ihren vielen Erscheinungsformen, die noch davor rangieren, – aber meist längst nicht so schwerwiegende Folgen haben.

Dem lebensgefährlichen Brettern über die kurvigen Landes- und Bundesstraßen im ländlichen Osten Saarbrückens und in Kleinblittersdorf will die Polizei nicht zuschauen. „Wir werden den Rasern Einhalt gebieten“, kündigt PI-Leiter Helmut Schliwinsky an. Er und seine Leute bereiten gerade einen großen Kontrolltag vor. Am 28. November, einem Donnerstag, ist es soweit. Dann bekommen die Brebacher Verstärkung vom Zentralen Verkehrsdienst der saarländischen Polizei. Der bringt seine Messgeräte am Kontrolltag entlang berüchtigter Raser-Pisten in Stellung. Als heiße Kandidaten für Blitzer- Einsätze nennt Schliwinsky Straßen, die immer wieder in den Unfallberichten auftauchen: „Die L 108, also die Flughafenstraße, die B 51 bei Kleinblittersdorf, aber auch die A 6 sind denkbar, obwohl solche Kontrollen auf einer Autobahn komplizierter und aufwendiger sind.“ Doch egal, wo das Messgerät bei der großen Aktion Alarm schlägt: Erwischte Raser sehen kurz darauf die rote Kelle – und müssen bezahlen.

Der eine oder andere Bleifuß- Pilot dürfte auch aus Frankreich kommen. Und sich wundern, dass Polizisten aus seiner Heimat auf deutscher Seite aufmerksam die Fahrzeugpapiere studieren. „Die Police Nationale aus Saargemünd ist am 28. November mit von der Partie“, sagt Schliwinsky. Die Brebacher fahren am 14. November zu den Franzosen, um die Details der Großkontrolle festzulegen.

Mehrere hundert Autos dürften an besagtem Abend zu kontrollieren sein. Um 18 Uhr legen die binationalen Polizeiteams auf deutscher Seite los. „Danach gehen wir gemeinsam nach Frankreich rüber“, sagt Schliwinsky. Es folgt eine Kontrollstation in Saargemünd, wo die deutsch-französische Sicherheitsaktion gegen 2 Uhr am 29. November zu Ende geht.

Dann werden die Polizisten wohl wieder vielen Rasern, Handy-Nutzern und Gurtmuffeln die Kelle gezeigt und sie zur Kasse gebeten haben.

Hier die möglichen Verwarnungs- oder Bußgelder: Wer ohne Führerschein oder Fahrzeugschein erwischt wird, zahlt zehn Euro. Wer sich nicht anschnallt, berappt 30 Euro. Wer ein Kind nicht anschnallt muss 40 Euro zahlen und bekommt sogar einen Punkt in Flensburg. Dieselben Folgen – 40 Euro plus ein Punkt – haben Handy- Telefonate am Steuer.

Doch der 28. November soll nicht nur Verkehrssündern lange in Erinnerung bleiben. Schliwinskys Kollege Gerd Molter und sein Team vom Ermittlungs- und Servicedienst der PI Brebach haben es bei der Großkontrolle am letzten November- Donnerstag auf reisende Kriminelle abgesehen. Leute, die im Grenzgebiet als Dealer oder Einbrecher das schnelle Geld machen wollen. „Bei solchen Kontrollen erwischen wir immer wieder Personen, nach denen wir fahnden“, sagt Molter. Verhält sich jemand verdächtig, lassen die Beamten den Kofferraum öffnen.

Und die Kontrollierten brauchen dann eine gute Erklärung, wenn dort, wie schon geschehen, mehrere Zentner Kupfer liegen, dessen Herkunft sich nicht belegen lässt.
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