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Polizei schnappt nach monatelanger Suche Tankdeckel-Knacker

Symbolfoto.

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Zwischen einigen 100 und 5000 Euro belaufen sich die Schadenssummen, die ein Tankdeckel-Knacker zu verantworten hat. Davon gehen zumindest die Ermittler aus, die den 36-Jährigen am Donnerstag schnappten (wir berichteten). Er sitzt in Untersuchungshaft im Saarbrücker Gefängnis.
 

Flüssigkeit statt Sprit

Wie Türkismühles Polizeichef Gernot Müller berichtet, sollen nach bisherigem Sachstand seiner Kollegen mindestens 21 Fälle auf das Konto des Festgenommenen gehen, der sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsbürgerschaft inne hat. Demnach habe er wiederholt Tankdeckel aufgebrochen. Sodann pumpte er den Sprit ab. Doch dabei ließ er es nicht bewenden: Er machte noch alles schlimmer, indem er Flüssigkeiten in die Tanks kippte, die in einigen Fällen den Motoren arg zusetzten. So werfen ihm Polizisten vor, einige Wagen auf dem Gewissen zu haben, deren Motor durch seine Aktion nur noch Schrott wert sind. „Im besten Fall blieben die Autos nach wenigen Metern stehen. Es sind aber auch einige Motoren komplett zerstört worden“, teilt Müller mit.

So meldeten 13 Betroffene entsprechende Sachbeschädigungen, die sich zwischen dem 15. November und 9. Dezember zugetragen haben sollen. Alle Vorfälle trugen sich auf den beiden Parkplätzen an der Primstalsperre in Nonnweiler und Otzenhausen zu.

Der mutmaßliche Tankknacker beließ es allerdings nicht bei seinem Streifzug auf saarländischer Seite. Die Polizei in Hermeskeil erhielt im gleichen Zeitraum sechs Anzeigen, in Idar-Oberstein waren es weitere zwei. Immer wieder ging er nach ähnlichem Muster vor. Bei Züsch stopfte er sogar Dreck und Gras in den Tack hinein.

Ob es bei diesen 21 Fällen bleibt, sei dahingestellt. Denn nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung in der Freitagausgabe zur Festnahme meldete sich ein weiteres Opfer. Demnach habe es einen Wagen getroffen, der in Brücken geparkt war, sagt Gernot Müller. „Zuerst ist der Fahrer gar nicht von einer Straftat ausgegangen und meldete es deshalb nicht der Polizei .“ Dann aber las er den Artikel und zog Parallelen zum unerwarteten Stillstand seines Fahrzeugs.

Die Festnahme hatten die Beamten einem aufmerksamen Oberthaler zu verdanken, dem am Donnerstagvormittag das Auto des mutmaßlichen Täters in einem Waldstück nahe der Osenbachstraße aufgefallen war. Ungewöhnlich erschien dem Zeugen, dass an jener Stelle ein Auto mit polnischem Kennzeichen stand. Die Ermittler gehen bisweilen davon aus, dass der Tatverdächtige in seinem Wagen campierte. Er habe keine Wohnanschrift in Deutschland. Das war denn auch der Auslöser für den Haftbefehl, den die Saarbrücker Staatsanwaltschaft laut Müller verhängte: Fluchtgefahr.
 

Bislang schweigsam

Übrigens waren bereits Staatsanwälte im bayerischen Aschaffenburg auf der Suche nach dem 36-Jährigen, wollten seinen Aufenthalt ermitteln. Der Grund hierfür ist nicht bekannt. In der Tat hatte sich der Mann nach den Tankknacker-Aktionen in der Region nach Polen verabschiedet und kehrte erst kürzlich wieder nach Deutschland zurück. Zu den Vorwürfen schweige er bisher. Eine Gesamtschadenssumme aller bis Freitag registrierten Vorfälle steht auch noch aus.
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